lkw-rückfahrwarneinrichtung

das nebengässchen unter meinem bürofenster wird des öffteren von lkws zum zwecke der belieferung des angrenzenden elektrofachmarktes benutzt.
und da ja jetzt die zeit der offenen fenster wieder da ist, klingt mir andauern der rhythmische signalton im ohr, den die lkws verpflichtend von sich geben müssen, wenn sie rückwärts fahren.
gottseidank ist der lustige lkw-lenker nicht mehr unterwegs, der statt des üblichen signales, ein baby-geschrei als signalton verwendet hatte.

8:41

raus aus der bim.
rein in die fuzo – und nicht in die u-bahn.
jedes mal wenn das wetter so einladend ist, mach ich den „kleinen abschneider“ zu fuß.
ich wär zwar mit den öffis schneller, könnt derweil noch etwas lesen oder einfach verschnaufen.
aber ich geh´ die strecke lieber.
bummle an den shops und boutiquen, café´s und fastfoodläden vorbei.
und lass mich von der sonne wärmen.
verschiedenste leute sind unterwegs.
gestresst.
gelangweilt.
einsam.
ziellos.
gefrustet.
lächelnd.
suchend.
einfach interessant zu beobachten.
die kellnerin des beisels karakelt das tagesmenü auf die schiefertafel.
der buchladen-eingang wird vom post-boten blockiert, der massenweise kartons ablädt.
vor dem mobilfunkshop hat sich schon ein grüppchen angesammelt.
billigste bistrotischen und sesselchen werden vom südländisch anmutenden herren flink aufgestellt.
ein älteres paar wundert sich über die tulpen mit den ach so langen blättern.
jausnend sitzen 2 im lieferwagen und lassen sich’s gut gehen.
7er bmw wälzt sich durch die fuzu – besonnenbrillt, offene fenster, laute musik.
rein in die u-bahn.
8:57

am amt

wenn man in wien aufs amt geht, dachte ich mir, sollte man sich auf chaos, klischee-beamte, waaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaartezeiten, widerwilligkeit und umständlichkeiten gefasst machen.
psychisch gestärkt also, trat ich heut´ morgen den weg ins magistratische bezirksamt für den 12. bezirk (der name ist schon furchteinflössend genug) an.
und wurde „enttäuscht“.
die damen und herren dort sind einfach freundlich und zuvorkommend.
im wahlkartenausgabezimmer ist zwar ein wenig stress zu spüren, aber man hat das gefühl, menschen gegenüber zu sitzen, die spaß am job haben.
als ich dann mein wahlkarterl in händen hatte – dass hat nur deshalb eine ganze minute gedauert, weil der drucker eben nicht der schnellste ist – riskierte ich eine frage, die wohl abseits des zuständigkeitsbereichs der dame lag.
und nett wie sie ist, kam auch schon die antwort.
einen stock tiefer, zimmer 102.
schluck.
jetzt nur nicht feig sein.
anklopfen.
rein.
links wird telefoniert.
rechts wird telefoniert.
beide deuten mir, doch an ihren schreibtischen platz zu nehmen.
helmi-blick.
rechts.
gebangt warte ich aufs ende des telefonats, um mit meiner minderen frage den ruhigen vormittag in diesem ämtchen zu durchbrechen.
endlich, durchgelernte osterferien und geburtstagsfeiern sind fernmündlich durchbesprochen.
„ähmm, sie haben doch hier diese wien-wanderkarten? oder nicht? könnt´ ich …“
die angst, einem amtsdrachen vorzusitzen lässt mich stammeln.
die dame hüpfe auf.
und erzählt mir, nach den karten kramend, den 1.wiener wasserleitungswanderweg (allein schon der name ist es schon wert, den mal zu bewandern) kenne sie gut, der wär auf jeden fall zu empfehlen.
sie drückt mir die karten in die hand, wünscht mir einen schönen tag und ich bin perplex.
2 minuten später steh ich vor dem magistratischen bezirksamt für den 12. bezirk und hab ein lächeln im gesicht.