Alter

Alter ist relativ.
Ja, es lässt sich zwar in Zahlen gießen, eine Gussform die Zeit zwischen dem aktuellen Tag und dem Tag der Geburt festzuzwängen versucht, aber schon aufgrund der andauernden Veränderung eines der beiden Parameter zum Scheitern verurteilt ist. Das Ergebnis ist ein mehr oder weniger charmanter Zahlenwert, der unabänderlich größer und größer wird und erst dann zu ruhen gedenkt, wenn’s eh schon zu spät ist.
Aber was heißt das schon.
Jahr für Jahr muss man sich auf die Frage, wie alt man den sei, eine neue Zahl merken.
Ein Zahl, die ohne Belang ist.
Hofft man.
Alter hat oft auch was hürdenhaftes, was abgrenzendes. Einmal überwunden, darf man endlich mit dem Fahrrad auf der Straße fahren, Alkohol trinken oder nicht mehr vom Bundesheer eingezogen werden.
Aber Alter lässt sich auch fühlen, leben und genießen.
Manche sind jünger als es in deren Pass steht, andere sind älter als die nüchternen Zahlen.
Die einen wollen nie alt werden, andere können es gar nicht erwarten.
Somancher will jung sein, wenn es dafür schon fast zu spät ist.
Andere waren gar nie jung.
Manche sind jung geblieben, während gleichaltrige alt waren, als Alter noch keine Rolle spielte.
Alter ist das, was man draus macht.
Alter ist relativ egal.



Zeit.

Sie ist.
Sie war.
Sie wird sein.

Man braucht sie.
Vielleicht hat man sie auch.
Dann gibt man sie sich. Oder anderen.

Oft nimmt sie sich jemand.
Um sie aufzuwenden.
Und sie dabei zu nutzen. Oder zu verschwenden.

Sie vergeht mitunter.
Und das verschieden schnell.
Oder eben auch nicht.
Gern bleibt sie stehen.

Leider wird sie auch verschenkt.
Aber lieber geschenkt.

Sie kann gespart werden.
Sich sogar rentieren.

Wunden kann sie heilen. Alle sogar, sagt man.

Sie wird kommen.
Sie ist vorbei.
Sie ist jetzt.

Die Zeit.




Grenzen.

Setzen.
Aufzeigen.
Öffnen.
Ziehen.
Verschieben.
Ausloten.
Aufsperren.
Zusperren
Auflösen.
Anpassen.
Abstecken.
Mit Grenzen kann man vieles machen.
Sie bestimmen oftmals unser aller Leben.
Im privaten und im beruflichen.
Am Schönsten finde ich, dass man auch folgendes machen mit Grenzen machen kann:
Überwinden.

Brand aus. Nach Freitagstexterverzögerung.

Sorry, die letzte Freitagstexterei hat etwas länger als geplant gedauert. Es gibt eine Reihe von Gründen, auf die ich lieber nicht eingehen will. Aber es gibt einen Sieger. Und zwar einen würdigen.
Drei wunderbare Beiträge wurden eingereicht. Einmal kurz, einmal gereimt und einmal voll auf die Zwölf. Die werte Lakritze hat den Feuermeldeengel Florian ins Rennen geschickt, der sich als strahlender Sieger erwies. Folglich geht’s am Freitag bei der Lakritze wieder weiter!
Und hier die siegreichen Worte in der Bildunterschrift:

Feuermeldeengel Florian hatte sein bestes gegeben – nur abbiegen hätte er müssen.

Brandneue Neuigkeiten von der Freitagstexterfront.

Es geht diesmal um eine Szenerie, die sich mir jüngst eröffnete und mich spontan zum Schmunzeln brachte. Die werte liuea vom Ameisenhaufen hat mir nämlich die Aufgabe übertragen, mich heute um die Austragung des Freitagstexterwettbewerbes zu kümmern. Und dabei kann ich gleich auf das eingangs erwähnte Bild zurückgreifen. Schaurig und schummrig zugleich, aber doch ungefährlich.
Jedenfalls geht’s jetzt darum, für das folgende Foto eine Bildunterschrift zu finden. Lang, kurz, gereimt, als mehrbändiger Roman – mir ist es gleich. Einzig bis kommenden Dienstag Mitternacht muss der Bildtext als Kommentar hier drunter reingenagelt werden und schon hat man die Chance, am drauffolgenden Freitag selbst den Freitagstexterwettbewerb im eigenen Blog auszurichten.
Das genaue Regelwerk findet sich hier – oder man fragt hier einfach nach.
Nun zum Bild, um das es geht, ich freue mich schon auf brennend heiße Bildunterschriften.

Der Charme von Umwegen erschließt sich einem nur, indem man sie geht.

Den Heimweg mit einer Handvoll Bim-Stationen antreten? Oder vielleicht doch zu Fuß gehen? Zeit hatte ich und das Wetter war fein. Also los. Und so schlupf ich in kleine Gässchen meiner erweiterten Hood und entdecke da und dort was, was es wert ist, kurz mal stehen zu bleiben und die neuen Blicke auf die Stadt wirken zu lassen. Dann wieder gedankenversunken weiter und an einem ehemaligen Bürogebäude vorbei kommen, die Firma gibt’s schon lang nimmer. Aber die Fassade, die ist immer noch markant und unverkennbar. Vorgärten, gepflegt und wild, Kleingstätten und Asphaltwüsten wechseln einander ab. Dazwischen verzücken Klingelschilder, die einen mit interessanten Namen, die anderen mit streng hierarchischen Strukturen. Die kleinen Wohneinheiten verraten, dass ich dem Stadtrand schon nahe bin und diplomatische Lösungen für die dort eher sehr entspannte Parkplatzsituation eher ungewünscht sind. Der Parkplatz vorm eigenen Haus ist ja doch noch das heilige Kalb für des Österreichs liebsten Haustier – dem Automobil. Schließlich muss ich dann doch dem wilden Michtreibenlassen Einhalt gebieten und streng zu mir sein – heimwärts! Und da liegt Sisis und Franzls Wohnzimmer dazuwischen, durch deren Guckfenster ich einen erfrischenden Blick nehmen durfte. Ein Textfragment noch, das mir einen lieb gewonnenen Ohrwurm durch die Gehörgänge fleuchen ließ, hat den Umweg mir noch versüßt.

Schampagner!

Es darf entkorkt werden. Und zwar aus gutem Grunde. Denn die Pokalisierung der dieswöchigen Freitagstexterei steht an – und da waren feine Beiträge mit dabei.
Hubbie hat mit „Da hat wohl ein Moralapostel den Swingern ein böses „U“ gestohlen….“ an den Rechtschreibteufel geglaubt. Oder auch die werte Lakritze, die mit dem äußerst charmanten „Wer hätte das gedacht, daß die Seilbahn zur Sprungschanze auch Verlierer transportiert.“ schon sehr hoch rauf aufs Siegertreppchen sprang.
Um einen Hauch eines Deuts höher kam der gute Dieter Schlabonski (bei dem ich immer verdammt aufpassen muss, dass ich nicht wieder Schablonski schreib‘, sonst ist er mir vielleicht mal barsch), der einen ähnlichen Gedanken mit mir teilte, welcher sich auf Grund unser unterschiedlicher Provenienz nur marginal unterschied.
Er nagelte einen kritischen Gedanken unter das Freitagstexterbild der Woche. Und den fand ich sehr, sehr treffend. Aber lest selbst.

Bild
Neue Einrichtung im Bundestag. Wer Flüchtlinge im Mittelmeer ersaufen läßt; wer Klinikpersonal keine Boni zahlt, aber mit 9 Mrd € eine Fluglinie retten muß; wer Schweine noch etliche Schweineleben in Käfigen vegetieren läßt und wer „gleichzeitig“ 2022 aus der Atomkraft und 2038 aus der Kohle aussteigt — bitte hier entlang.

Der Konvoi der FreitagstexterInnen darf also die John-Denver-CD reinlegen und genussvoll rüber zum Dieter Scha äh Schlabonski tuckern. Dort wartet eine neue, fette Fracht, die ihren Weg durchs Netz finden wird.

Schamlos geht’s zu, bei der Freitagstexterei.

Und das kam so, die werte Lakritze hat mich dazu auserkoren, die aktuelle Runde der Freitagstexter auszurichten. Also kramte ich in meiner Fotobox und verwarf alsbald den ausgewählten Fund, denn das Leben warf mir ein Motiv vor die Augen, dass nur danach schreit, hierfür Verwendung zu finden. Es ist nicht unbedingt das Bild selbst, vielmehr das Wort, das frisch geschöpft, fast noch triefend nass, am Fliesenwerk mir entgegen winkte. Und da drehten sich schon die Räder im Dachstuhl, was denn das da wohl zu bedeuten habe. Aber, der Örtlichkeit geschuldet, war es mir ein Leichtes, die Bedeutung zuzuordnen. Aber da halte ich mich noch bedeckt.
Nun, lange Worte, auch wenn’s tausend wären, ersetzen kein Bild – und da ist es:

Bild

Wie immer gilt das bewährte Regelwerk, dass beim Wortmischer so wunderbar ausformuliert ist. In Kürze: Schreib DIE Bildbeschreibung bis kommenden Dienstag als Kommentar hier drunter und der beste Beitragsschreibende darf nächsten Freitag den nächsten Freitagstexter austragen. Wer gewonnen hat, wird hier am nächsten Mittwoch bekannt gegeben.
Also, Schamgrenzen auf und los geht’s.