country & burger

country music beim mcdonalds in der mittagspause.
der regen tropft traurig mit jonny mit.
irgendwie verwegen, unterwegs, entwurzelt sitzt man da.
fast spürt man die druckstellen des cowboyhutes, den man zum essen zur seite gelegt hat.
spürt, wie die cowboy-boots nach langer fahrt drücken und der füße wehklagen ersticken.
beinfreiheit, endlich.
auch der geschundene rücken atmet auf – fest umklammert vom ungemütlichen holzsessel der nicht schlaglochausgleichend wippt und schaukelt.
fast tausend kilometer seit der letzten warmen mahlzeit ist auch fastfood balsam für den magen, das kalte cola frischt den vom belanglosen cb-funken getrockneten gaumen auf, jede kohlensäureperle die auf der zunge explodiert ist ein wort mehr für den nächsten go.
der blick aus dem fenster beruhigt, das trommeln der tropfen, das so beruhigt beleibt auch mir die nächsten tausend kilometer treu.
noch einmal durchatmen, bevor man sich wieder auf seine beine schwingt, die treppe hinab trabt, bestimmten schrittes den parkplatz erreicht und …

… und dann nach rechts abbiegt.
ins büro.
um sich dort in einen wippenden bürosessel zu werfen.

XXXLutz verhindert abermals purzelbaum

2. dezember 2003:
ein vorzeitiges weihnachtsgeschenk bahnt sich an. denn esstsich und wohnzimmermöbel werden geliefert.
gedämpfte freude maacht sich breit, denn der tisch hat recht deftige druckstellen auf der platte, seine metallfüße ebenfalls und die wohnzimmermöbel sind unvollständig und falsch montiert.
ca. 2 monate später
wohnzimmermöbel werden vervollständigt, richtig montiert und ein neuer tisch ist da. tja, die metallfüße sind wieder nicht so wie sie sein sollen, die tischplatte ist nicht ordentlich lackiert und die zahnverleimung kann man auch eleganter kaschieren.
26. mai 2004
8 uhr 15. 2 lieferanten der firma XXXLutz läuten an meiner tür. wieder macht sich freude breit, die balkontür zum garten ist geöffnet für den fehlenen open-air-purzelbaum meinerseits. ich plaudere mit den beiden über die lustige geschichte meines esstisches, sie lachen mit und machen sich alsbald an die arbeit, öffnen also die riesige schachtel mit dem endlich, endlich, endlich angekommenen tisch.
.
eine minute später ist die tischplatte vom größeren der beiden bereits photographiert, der andere macht die schachtel wieder zu. ich schließ die balkontür und weiß nicht ob ich explodieren oder lachen soll. grund: ein fetter kratzer mitten über die tischplatte. einer der beiden meint, dass nach dem schleifen und !vor! dem lackieren der kratzer zustande kam. tja, trost ist das keiner, aber der tisch geht wieder einmal zurück.
jetzt tröstet mich eine intensivst duftende holunderblütendolde am schreibtisch, während ich mir gedanken über einen netten brief an die familie putz mache.

wo die wolken herkommen.

ab und zu ist mir der gewöhnliche alltagstrott zu wider und ich brech´ aus aus dem täglichen stereotypen handlungen. gestern war´s der nachhauseweg. u-bahn und straßenbahn-fahren macht manchmal zwar spaß, man kann rätselhaftes alographieren, erlebt wiener und nicht-wiener wie sie wirklich sind, genießt(?) seltsamste düfte und gerüche, trifft leute – als abwechslungsreiches unterhaltungsprogramm sind den öffis aber leider auch gewisse grenzen gesetzt.
deshalb raus aus der u-bahn und ein paar stationen per pedes, mir bürohocker kann´s schon nicht schaden.
mal da schaun´, mal dort hin durch das gässchen kommt man zu kleinen luftigen parks, zu dem haus, aus dem die wolken auf ihre reise geschickt werden …
gespielgelt
… und benimmt sich alsbald wie ein tourist, der nicht gesenkten hauptes (wie´s einheimische halt so machen) sondern herumguckend durch die gässchen und straßen irrt.
da taucht plötzlich ein kleiner markt, mit pferdefleischer und fischbude, mit einer fröhlich schimmernden fensterscheibe …
fleck
… auf, die einfach zum herumspielen einlädt. rauf, runter, links, recht – das schimmert immer anders, in allen regenbogenfarben. bunt. schön. „los, weiter, die leute schaun bestimmt schon!“ rügt mich mein innerstes und weiter geht’s.
aber auch der trottoir hat was zu bieten. zwar auf dem ersten blick unscheinbar, aber trotzdem ist´s mehr als nur ein …
fundstck
… stofffetzen, der sich da windet. 2 gassen weiter, nur weil mich ein bonbonladenschild angezogen hat, komm´ ich an einem oldtimer vorbei. der da ganz stolz steht. richtig robust und kräftig wirkt, aber doch eher klein ist. besonders schön sind die verspielten lufteinlassschlitze für die hinterachse.
car1
car2
ach ja, was nicht unerwähnt bleiben soll: ich weiß jetzt auch, wo der nikolo wohnt.
nikolo

graugestreift

streifen
irgendwie würd´ sich das bild jetzt perfekt dazu eignen, um in den allgemein vorherrschenden „warum-schon-wieder-montag?“-kanon einzustimmen, über eine welt in grau-in-grau zu philiosphieren, das wetter bibbernd anzuprangern und „und überhaut ist alles so mies“ zu skandieren.
nein.
dafür ist das bild zu schön,
mein leben zu bunt
und jeder montag zu super.