hart. gerecht. pfeifer.

irgendwann, und dann kann ich mit dieser meiner prognose gern zitiert werden, irgendwann wird sich der gute, ehrliche und brave polizist „pfeifer“ – dem in eine nicht unwesentliche nebenrolle aber kein vorname zugestanden wird – selbstständig machen und eine eigene serie machen.
jawohl.
bei all den garstigkeiten ihm gegenüber wär´s ihm nicht zu verübeln.

eines noch…

gestern, als ich abends durch die fußgängerzone ging,
sah und hörte ich endlich wieder meinen „freund“,
den gitarren-spieler mit der wahnsinns-stimme.
seit mindestens einem jahr hab ich seine gitarre, seine stimme, seine lieder nicht mehr gehört.
er war eben nie da, wenn ich da war.
gestern hat er mir wieder die gänsehaut über den rücken gejagt
und den stress vergessen lassen.
obwohl ich irgendwie in eile war,
stand ich da und dachte mir unentwegt:
„eines noch…“

trockene brille

wenn sie von einem vollen,
frisch eingeschenktem glas mineralwasser trinkt,
hält sie immer die linke hand über das glas,
damit die brille trocken bleibt.
ab und an meint sie, die kleinen,
von den aufsteigenden luftbläschen emporgeschleuderten tröpfchen
gribbeln so lustig in der nase.

klingelterror neu

früher liefen kinder von wohnblock zu wohnblock, fuhren mit dem finger über die klingeltaster und verschwanden dann zum nächsten wohnblock. am land gab´s sowas nicht.
heute ist´s am land oft so, dass die funk-türklingel schellt, obwohl keiner draußen einlass begehrt. standard-einstellungen sollten eben standard-einstellungen bleiben und individualisiert werden. es sei denn, man ist an der besuchsfrequenz der nachbarschaft interessiert.

drei vögel

letzten samstag war ich auf einem begräbnis.
den mann, dessen 3 kinder vor 10 bzw. 12 jahren bei tragischen verkehrsumfällen ums leben gekommen waren, begleitete fast das ganze dorf und seine arbeitskollegen und die nunmehr allein zurück gebliebene witwe auf seinem letzten weg.
als ich dann da am friedhof stand, die fotos seiner 3 verstorbenen kinder – allesamt in meinem alter – am grabstein ansah, der tote körper dann der erde übergeben wurde, flogen 3 vögel, dicht neben einander über den friedhof.

4. pedal

in letzter zeit, erwacht der frühling so langsam in wien und zeitgleich
scheint auch der wiener autofahrer liebste nebenbeschäftigung
wieder frisch zu erblühen.
man hat fast den eindruck, dass manch wiener autolenker sich über
ein 4. pedal im auto freuen würd, das dem zeitweise zum nichtstun
verdammten gasfuß wieder eine essentielle aufgabe geben könnte
und gleichzeitig eine hand frei machen würde für den autofahrergruß,
zum nasebohren oder zum radiolauterdrehen.