Warum ein Flummi stärker ist als Gewehrsalven.

Unlängst hatte ich kurz Zeit, um an einem Platz in Wien die Gelegenheit zu genießen, ein Weilchen verweilen zu dürfen.
Einem kleinen Bub, vielleicht 4 Jahre alt, der mit seinen Eltern unterwegs war, war wohl fad, weil die mehr damit beschäftigt waren, sich vor Sehenswürdigkeiten zu stellen und selbst zu selfien. Er hatte ein kleines Schirmchen mit dabei, quietschbunt und fein säuberlich zusammengerollt.
Er blickte mich an und nahm sein Schirmchen hoch. Dann legte er auf mich mit dem Schirm an, als hätte er ein Gewehr in der Hand. Ich runzelte die Stirn und schüttelte den Kopf. Der wird doch nicht…
Und er tat. Er machte Schussgeräusche, leise zwar, aber ihn freute wohl, dass er ein „Opfer“ gefunden hatte.
Aber er hat nicht mit meiner Gegenoffensive gerechnet. Und die war verheerend für den Knirps mit dem Knirps.
Ich hatte nämlich einen Flummi mit dabei. Und den hab ich als erste Abwehrreaktion aus meiner Hose geholt und dann genüsslich aufgepeppelt. Für jede imaginäre Patrone des Kleinen gab es ein erschütterndes, gnadenloses Auftitschen des Gummigeschosses.
Und er hat oft geschossen.
Er hat natürlich sofort kapituliert, den Schirm runtergenommen und die herbe Niederlage mit gesenkten Haupt eingestanden. Zuflucht fand er am Ärmel seiner Mama. Ich verstand zwar nicht, was er gesagt hat, aber es war offensichtlich, dass er aufrüsten wollte. Die Suche nach dem nächsten Kaugummiautomaten mit Flummiausgabe wird die Eltern ein wenig beschäftigt haben.