Kein Zinnober!

Dass Hetzendorf über ein kleines Schloß verfügt, das ist ja allgemein bekannt. Es ist zwar nicht so berühmt, wie das einen Steinwurf entfernte Schlößchen, das nach einem schönen Brunnen (Wo soll der überhaupt sein?) benannt ist, aber mindestens genau so reizend.

Was aber die wenigsten wissen: In Hetzendorf sind jetzt die Überreste einer stattlichen Burg entdeckt worden, die wohl als Wehranlage diente und Wien gegen allerlei einfallende Truppen gen Süden hin absichern sollte. Den Baumeistern der Burg dürfte allerdings ein dramatischer Fehler unterlaufen sein. Sie haben diese nicht auf einem Hügel oder erloschenen Vulkankegel errichtet, wie es eigentlich Usus war, sondern in eine Senke gebaut. Vielleicht wollte man damit einen innovativen Schritt setzen und das Burgbauwesen reformieren, andere Theorien sprechen davon, dass man damit die Gegener verwirren wollte. Darüber sind sich die Experten noch uneins.

Jedenfalls liegen bereits Pläne vor, die neu entdecken Zinnen der Burg Hetzendorf als Sehenswürdigkeit touristisch zu nutzen. Kürzlich eröffnete Hotels und Appartement-Häuser in der Nähe dürften wohl Vorboten dessen sein, dass die Stadt Wien hier in naher Zukunft mit einem Paukenschlag die Sensation des Jahres 2024 präsentieren wird.
Zuerst sanft mit Führungen, dann folgen wohl weitreichende – touristisch begleitete – Ausgrabungen, die das Anwesen in seiner vollen Pracht freilegen sollen. Schließlich, so ist zu vernehem, wird die Anerkennung als Weltkulturerbe angestrebt, was nur eine Formsache sein sollte.

Sonderbarkeiten des Alltags, Teil „Wasweißdennich“

Wenn jemanden etwas geglückt ist, ist es nicht selten, dass man mit „Herzlichen Glückwunsch“ gratuliert – das kann eine Vaterwerdung, der Gewinn einer Auszeichnung oder ein zusätzliches Jahr am Buckel sein.
Es ist quasi „Glück wünschen“ im Nachhinein, wenn die Sache schon längst gelaufen ist, wenn vielleicht gar kein Glück vonnöten war, pures Können den Ausschlag gab oder einfach nicht vorhandenes Ableben.