Fehlsichtige Autotüren sind echte Hingucker.

Wenn man mit offenen Augen durch die Stadt unterwegs ist, dann kommt man an ihnen kaum vorbei. Die Straßen und Parkplätze sind ja voll damit und praktisch sind sie obendrein. Für den Handwerker im täglichen Einsatz in schmalen Gassen sind sie genau so ein Segen wie für die Großfamilie beim Wochenendeinkauf am engen Supermarktparkplatz. Und jedesmal schauen sie einem so treuherzig an mit diesen wunderbaren Augen.
Die Rede ist natürlich von Schieletüren, manche verwenden jedoch – in Anlehnung an die platzsparende Öffnungsmechanik des Auf- und Zuschiebens der Türe – den Terminus „Schiebetür“.
Je nach Hersteller blicken sie einem traurig, müde, bedrohlich oder gar erstaunt entgegen. Man ist jedesmal dazu verleitet, ihnen zuzuzwinkern. Also ich mach es jedenfalls, Autos mit Schieletüren sind ja auch nur Menschen.

Eine überirdische Entdeckung

Mondkrater gibt es ja sonder Zahl, wahrscheinlich sogar viel mehr. Und jeder ist bestens dokumentiert, in alle Richtungen vermessen, das Alter bestimmt, woher der Himmelskörper kam, der ihn schlug und vieles andere mehr, was man sich wahrscheinlich gar nicht ausdenken kann. Jeder trägt auch fein säuberlich einen Namen, wie das eben so üblich ist.
Gestern habe ich auch einen entdeckt. Per Zufall. Ich hab einfach mit dem Zoom der Handykamera herumgespielt und – schwups – da war er. Zum Greifen nah. Als würde man unbedachten Schrittes hineinfallen können. Der Anblick war faszinierend. Eine solche Entdeckung zu machen, darauf war ich nicht vorbereitet. Wie denn auch.
Also tat ich, was die Wissenschaft von mir verlangt, der Krater muss mit einem Namen versehen werden. Ich benenne ihn, bescheiden wie ich bin, nicht nach mir, sondern setze dem Ort seiner Entdeckung ein überirdisches Denkmal.
Diese atemberaubend schöne Monument soll hinkünftig „Krater von Hetzendorf“ heißen.

Also ich hab jetzt die Lötstelle gefixt. Das Ding sollte wieder laufen.

Ich hab da ein paar so Solar-Lamperl im Garten herumhängen. Eines davon ist leider undicht und langsam dringt Wassser ein. Aber, es funktioniert. Ich denke mir nur: „Wasser und Strom gehören nicht zusammen.“
Also zerlege ich das Teil, um das Wasser rauskippen zu können. Frohgemut geh ich ans Werk, schraube die Metallhülse auf und will den Glaskorpus vom Elektronikteil separieren. Meine Würschtlfinger haben das filigrane Lämpchen aber gleich so eingeschüchtert, dass sich zwar Glas und Elektronik fein säuberlich trennen ließen, jedoch ein Spürchen zu viel – eine kleine Lötstelle auf der Miniplatine hat sich gleich mitgelöst.
Wegschmeißen? Keine Option.
Also hab ich mein geballtes TV-Serienwissen zusammengekratzt und bin zur Tat geschritten. Im Glauben, als McGyver dem sonnenanbetenden Lichtspender wieder Leben einzuhauchen, fand ich mich alsbald als Tim Taylor vor dem zerlegten Haufen Elektroschrott, was meiner Dame, im Wissen um meine handwerklichen Fähigkeiten, nur ein müdes Lächeln gekostet hat. Sie hat gleich mal heimlich den Verbandskasten bereit gestellt und zwar laut genug, um mir noch ein bisschen mehr Druck zu machen.
Aber ich habe dann doch das Wunder von Hetzendorf vollbracht und in einer schweißtreibenden Stunde, in der irgendwo in Südostasien 4-jährige vier Paletten solcher Lampen komplett zusammenlöten, eine Lötstelle unter Gefluche und Gezeter wieder (optisch eh ganz ok) mit Lötzinn „verklebt“. Diese Heldentat schwellt meine Brust.
Ob‘s es dann auch richtig geht, erfahr‘ ich, wenn das Licht ausgeht.

Das Wasser ist übrigens noch drinnen in der Lampe.

Eis aus der Eiszeit

Eis essen. Was gibt es schöneres, wenn der Thermometer tagsüber die 30° sprengt und nachts im Schlafzimmer nicht und nicht fallen will.
Und wenn’s ums Eis geht, gibt’s in Wien die bekannten drei Eisheiligen, die man in der Saison zumindest einmal besucht haben sollte. Und der Besuch lohnt sich. Zum einen natürlich auf der erfrischenden und genüsslichen Ebene – Eismarillenknödel sind zwar sowas wie der Wackeldackel der Eisdiele, aber am Ende doch immer noch die beste Wahl.
Zum anderen beinhaltet er dann und wann auch eine kleine Zeitreise.
Lässt man nämlich den Blick über die Karte schweifen, dann wird es doch recht nostalgisch und man fühlt sich als jung gebliebener Alter, wenn man allen Ernstes in der Rubrik „Eisspezialitäten nur für Kinder“ die Position „AM DAM DES“ findet.
Ja, ich bin immer noch Kind und werde wohl nie erwachsen werden, aber in mir wächst der leise Zweifel, ob Kinder von heute wissen, was sich hinter dem magisch klingenden „AM DAM DES“ versteckt.

Haben Schnecken jetzt auch schon ABS?

Gestern Abend war ich mit der Dame noch kurz ein wenig die Füße vertreten, das üppige Abendessen brauchte ein kleines Gegengewicht um Übergewicht vorzubeugen.
Und wie wir da so vor uns hinschritten (eingentlich sind wir ja nebeneinander gegangen, aber das nur am Rande), bemerkten wir ziemlich viele Schnecken, die wohl auch noch ein Verdauungsrunderl machten. Bekanntlich sind diese wunderbaren Tiere ja mit Drüsenantrieb unterwegs.


Doch ein Exemplar hat es uns dann doch angetan. Seine Fußspur zeigte ein doch sehr eigenwilliges Muster.
Für mich war sonnenklar: Die Schnecke hat ABS und hat sich vor uns noch rechtzeitig eingebremst. Löblich.

Die Anna auf Twitter meinte jedoch:
Hüpft sie?!“
Der Christian (seines Zeichens ehemaliger Kollege und in Sachen Autos privat und beruflich nicht unbeleckt) drüben im Facebook hatte den selben Gedanken:
„ich glaub‘ eher dass sie springt, weil der asphalt so heiss is!“
Was mich zur Annahme verleitete, dass das Tierchen mit dem Drehwurm im vorigen Leben wohl ein Känguru war.

Der ehrenwerte Martin, ein exzellenter Wanderführer und Extremsportler brachte eine weitere Thorie aufs Tapet:
Oder sie rollt… Einmal über s Schneckenhaus, fltscht, Schneckenhaus, fltscht…

Und dann war noch die Eva, eine wunderbare Autorin und Fotografin, die einen weiteren Gedanken in die Runde warf, der auch nicht abwegig erscheint:
„Sie hat ein Leck“

Jetzt weiß ich auch nicht.
Hüpft die Schnecke, rollt sie lustig durchs Leben, ist sie nicht mehr ganz dicht oder ist sie mit ABS ausgestattet?