Entakkuen!

Heute rann mir das Wörtchen „Entakkuen“ aus den Fingern.

Ja, das könnte eine kleine nordfinnische Provinz sein, die keine besonderen Persönlichkeiten hervorgebracht hat, abgesehen von einem angeblichen Sauna-Pionier, der sich aber eh als Schwindler entpuppt hat.

Aber: Nein, dem ist nicht so. Nicht dass es diese Provinz nicht gibt, ich hab das nicht überprüft. Und ob die dort einen Sauna-Pionier haben oder hatten, wenn es sie den gäbe, hab ich auch nicht nachgeforscht. Drum kann ich auch nicht sagen, ob der ein Schwindler ist oder war.

„Entakkuen“ hat mit Finnland nichts zu tun. Denke ich mal. Ob’s den Begriff im Finnischen gibt, da bin ich überfragt und ich will mir gar nicht vorstellen, was er denn bedeuten mag. Da ist mir meine Phantasie viel zu suspekt, lieber nicht drüber nachdenken. Gott bewahre.

Wobei, „Entakkuen“ könnte auch in Finnland ein Thema werden. Oder sogar schon sein. Und das nicht nur dort, sondern – im Grunde genommen – überall auf der Welt. Auch dort, wo man Finnland vielleicht nicht gleich auf Anhieb auf der Landkarte findet.

Also zurück nach Entakkuen. Ähm nein, zurück zum Wörtchen „Entakkuen“. Darum geht’s ja hier. Es rann mir nämlich aus den Fingern, weil ich ein wenig erbost darüber war, was einer ehemaligen Kollegin widerfahren ist. Verstörend, ja fast angsteinflößend, was sich da zugetragen hat.

Es war nämlich so, dass im Zuge meiner Sudereien über die hiesigen Haushaltsgerätschaften ein Kurzbericht der oben erwähnten Dame erfolgte, dass auch Sie mit allerlei Unbill, ausgehend von diversen Helferleins zu hadern hat. Und das auf äußerst bedrohliche Art und Weise.

Sie gab nämlich zu Protokoll, dass sie lieber Fersengeld gegeben hätte, jetzt aber schmerzhaft Lehrgeld geben muss, weil sie ersteres nicht bereit war, zu investieren. So rächen sich halt manchmal die Tugenden der Moderne.

Ihre Nachricht, dass ihr, liebevoll „Staubtrottel“ genanntes, elektronisches Haustierchen sie in die Wade gebissen hat, sorgte bei mir erst für Entsetzen, dann jedoch besann ich mich und versuchte beratenderweise eine sinnvolle Erziehungsmethode einzustreuen, die da lautete:

Entakkuen!

Wenn’s beim Waschen staubt.

Am Nachmittag bin ich auf mein emotionales Kryptonit gestoßen.
Es ist unser Staubsauger. Ein, an sich, unscheinbarer Kerl.
Aber er hat’s in sich.
Nichts, aber auch gar nichts, außer der Staubinger, lässt mir Begrifflichkeiten aus dem Munde stauben, deren Existenz ich in meinem Wortschatz nie und nimmer vermutet hätte.
Dem Kampf mit ihm, der ver*****en Kabelaufrollfunktion, dem d*******n Schlauch und anderen Ungereimtheiten kaum beendet, glitt ich einem entspannten Abend entgegen.

Die Staubsaugerärgernebelschwaden haben sich kaum gelegt, da meldet sich die Waschmaschine Aufmerksamkeit heischend und lautschwach zu Wort, indem sie ihrerseits den Betrieb eingestellt hat.
Nix dreht mehr.
Aber Pech gehabt, Waschbärchen.
So schnell bringst du mich nicht ins Schleudern.
Mich nicht.
Bin ja keine Waschmaschine.
Und du kein ver******er Staubsauger.
Morgen wird’s ernst.
Schnall dich an.
Morgen reite ich mit dem Schraubenzieher (ich weiß, ich weiß) ins Bad und dann wringe ich dir die Flausen aus.