Wenn man Gesetze als unvernünftig betrachtet.

Dann missachtet man sie einfach. Ok, kann man machen, aber das hat meistens Folgen. In  Österreich führt das dazu, dass man Wahlen gewinnt. Klingt komisch, ist aber so. Da überschreiten die beiden neuen Regierungsparteien frisch und fröhlich die Wahlkampfkostenobergrenze (deren Regelung beide zugestimmt haben) von sieben Millionen Euro um knapp sechs bzw. um 3,3 Millionen Euro. Kleinigkeiten also, für jene, die meinen, man käme mit €150,00 im Monat locker über die Runden.
Was ja jetzt schon recht skurril klingt, bekommt noch eine Krone aufgesetzt. Ja, das geht! Echt! Ohne Schmäh. Denn der werte Herr Innenminister Kickl meinte  – quasi als Ausrede – zur dezenten Wahlkampfkostengrenzüberschreitung wortwörtlich:
„Es ist ja nicht so, dass dieses Geld nicht auch irgendwo ankommen würde, wo auch ein Nutzen dann wieder für Österreich entsteht. Das sollten wir nicht vergessen. Da hängen auch viele Jobs dran, ob das die Leute sind, die Plakatierfirmen machen, die das aufhängen, die Inserate schalten et cetera, et cetera. Also, dieses Geld wird ja nicht irgendwo sozusagen verheizt, sondern es fließt in einen wirtschaftlichen Kreislauf. Das muss man auch einmal zur Kenntnis nehmen.“ 

10,3 Millionen Euro Steuergeld gegen alle Regeln trotzdem ausgeben, das hat schon eine eigene Qualität. Und das Ganze mit so einer billigen Ausflucht rechtfertigen, ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten. Aber vielleicht macht das ja bald Schule an unseren Gerichten:

„Aber Herr Rat, das mit meinen Schlepper-LKWs hat zahlreichen LKW-Fahrern ein gutes Einkommen eingebracht, dutzende Tankstellenpächter hatten fixe Einnahmen und alle haben brav die LKW-Maut bezahlt – als die ASFINAG war auch ganz happy mit uns.“

„Aber Herr Rat, mit dem Niederbrennen vom Mühlpichler-Hof hab ich die örtliche Bauwirtschaft und das Hotel zur Post, sowie den hiesigen Bestatter ein fettes Einkommen verschafft.“

Wenn das Recht die Moral besiegt.

Dann atmen die Niederträchtigen auf, denn sie können sich hinter Paragraphen verstecken.
Dann sind die Feiglinge stark, denn Mut würde an ihrem Opferstatus nagen.
Dann haben die Widerlichen Wind in den Segeln, denn sie beklatschen sich selbst.

Aber auch wenn die Niederträchtigen, die Feiglinge und die Widerlichsten sich im Schutze des Rechts sehen, sie wissen, dass sie gegen die Moral verloren haben. Das nagt. Das zehrt. Das schmerzt. Es führt dazu, dass sie weiter machen, je mehr es nagt, zehrt und schmerzt. Und das bestärkt sie, die Niederträchtigen, die Feiglinge, die Widerlichen.

 

Steter Tropfen höhlt die Tristesse.

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Und die hat sich wieder in der Freitagstextereikommentarmenge niedergeschlagen. Drei Beiträge sind halt doch weniger, als in Hochzeiten des ehrenwerten Bewerbs. Aber wir lassen nicht ab.

Deshalb geht’s nächsten Freitag beim RELAtief weiter, der mit seinem siegreichen Freitatagstexterbeitragstext unheimliche Geduld bewies.

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Wer lange genug hinschaut sieht den Tropfen fallen ….

Flaggenmeer wird zum Flaggenmehr.

Ein regelrechtes Flaggenmeer – oder vielleicht doch Flaggenmehr – gab es heute beim Pressefoyer nach dem heutigen Ministerrat in Wien. Der Bundeskanzler und zwei weitere Regierungsvertreter traten vor die Flaggen der 9 Bundesländer, der Flagge von Österreich, der EU-Flaggen und drei weiteren Flaggen, die man – aus welchen Gründen auch immer – als Staffage ins Bild gerückt hat.

Da tun sich ein paar Fragen auf:

  • Warum stehen da so viele Flaggen?
  • Warum ist das kaum jemanden aufgefallen?
  • Weshalb wird auf die Fragen unter den Tweet vom Regierungssprecher nicht eingegangen?
  • Oder ist das eh schon alles egal?

Ich versuche es mal mit der Inspirationsquelle namens „Optimistische Tristesse“.

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Ja. Warum denn nicht mal Optimismus? In all der Tristesse und dem Pessimismus, der uns dieser Tage von überall entgegen schwappt, hau ich mal was Zartes in die Freitagstexterrunde, um befreitagtextert zu werden. So bin ich eben! Die werte LaMama hat mir den Ball am Mittwoch wieder zurück gespielt um heute, hier und jetzt wieder den Freitagstexter auszutragen. Und wieder sind alle dazu aufgerufen und eingeladen, sich den einen oder anderen Gedanken über folgendes Foto zu machen. Wer diese auch noch in einen Kommentar hier drunter gießt, darf mit ein wenig Glück in seinem Blog am nächsten Freitag den altehrwürdigen Bewerb des Freitagstexters eine Heimat geben. Wie immer ist alles erlaubt, wofür man sich nicht schämt, es – mit seinem Blog verlinkt – niederzuschreiben. Bis nächsten Dienstag Mitternacht darf hier reintropfen, was und wie es euch gefällt. Und am Mittwoch wird dann von mir gefällt – nämlich das Urteil darüber, welcher Kommentar dieses Foto am besten zum Partner hat.  Die Verfasserin oder der Verfasser darf dann bis Freitag selbst in der Fotokiste kramen. Ich freu mich schon: Auf die Kommentare und das kommende Foto.

So. Jetzt seid Ihr dran.

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Vorwärts in die Vergangenheit

In Niederösterreich soll es ab sofort Asylwerbern verboten sein, sich frei zu bewegen. Sie werden quasi unter Hausarrest gestellt.

Zudem sollen Asylwerber keine Lehre mehr beginnen dürfen und jene, die bereits eine begonnen haben, dürfen auch vor Ende der Lehrzeit abgeschoben werden.

Ein Mann, dem ein alter Neonazi bei einer Schlägerei zur Hilfe eilt, soll auf Vorschlag der Regierung (!) Verwaltungsrichter werden.

Die FPÖ, eine der beiden Regierungsparteien, will, das hinkünftig die Ehe nur  „als Verbindung zwischen Mann und Frau mit dem klaren Willen, Kinder zu zeugen“ gültig ist. Und das, nachdem der Verfassungsgerichtshof klar gestellt hat, dass „Ehe für alle und Eingetragene Partnerschaft für alle“ – also homosexuelle und heterosexuelle Paare möglich sein muss.

Es wird immer gruseliger. Schritt für Schritt.