Der Franzl. Aber nicht der von der Sisi.

Dass der Presley Elvis Aaron sich ob seines hohen Alters bester Gesundheit erfreut und schon seit Jahren eine Tankstelle im Waldviertel betreibt, darf ich ja wohl als bekannt voraussetzen. Den Klingelschlauch hat der Schlingel immer noch bei der Einfahrt liegen, der alte Nostalgiker. Wer kann’s ihm verdenken. Und die Stammkundschaft freut’s. Aus gewissen Gründen will er jedoch nicht verraten wissen, wo genau die Super-Tankstelle ist, verständlich. Zu viel des Rummels mag er nicht, es reicht ihm schon, was so an Laufkundschaft bei ihm herumdieselt.

Dieser Tage hab ich eine Entdeckung gemacht, die mindestens auf einer Stufe mit der königlichen, waldviertler Petrol-Station ist, aber in Sachen Geruch vielleicht sogar einen Tick hochwertiger einzuordnen ist. Mir ist zu Augen gekommen, dass es sich der Sinatra Franzl auf seine alten Tage ebenfalls in Österreich gemütlich gemacht. Der gute Knabe führt nämlich ein beschauliches, asiatisches Lokal, zwar weniger versteckt wie sein knieschnappiger Gesangskollege, befinden wir uns doch in nicht unzentraler Lage in Wien, also durchaus mutig, wenn auch recht subtil. Kenner allerdings wissen natürlich, wer da den Wok swingt.

Sollen doch zuerst die anderen.

Sollen doch zuerst die Kreuzfahrtschiffe ihre Schwerölmotoren abstellen, bevor ich auf mein Steak verzichte.

Sollen doch zuerst die Airlines aufhören, Billigflüge nach Ibiza für 25 Euro anzubieten, bevor ich auf mein Auto verzichte.

Sollen doch zuerst die Städte und Länder die Öffis gratis machen, bevor ich meine alte Jeans zum Reparieren zum Schneider bringe.

Sollen doch zuerst die Politiker aufhören, ständig neue Autobahnen zu bauen, bevor ich meine eigenes Stoffsackerl zum Einkaufen mitnehme.

Sollen doch zuerst die Modeketten ihre Fast-Fashion-Kollektionen einstellen, bevor ich mal mein Auto stehen lasse.

Sollen doch zuerst die Ölkonzerne aufhören, neue Ölfelder zu erschließen, bevor ich kürzer dusche.

Sollen doch zuerst die Supermärkte aufhören, Plastiksackerl anzubieten, bevor ich das Licht am Gang nimmer dauernd brennen lasse.

Sollen doch zuerst die Tech-Konzerne ihre Serverfarmen mit Ökostrom betreiben, bevor ich weniger Fleisch esse.

Sollen doch zuerst die Chinesen anfangen, Windräder zu bauen, bevor ich mit dem Mülltrennen anfange.

Sollen doch zuerst die Agrar-Konzerne aufhören, riesige Rinderherden zu halten, bevor ich mit dem Zug in den Sommerurlaub fahre.

Sollen doch zuerst die Inder angehängte Flaschenverschlüsse auf Plastik-Flaschen machen, bevor ich mit dem Bus statt mit dem Auto in die Arbeit fahr.

Sollen doch zuerst die Politiker Solarpaneele auf ihre Dächer schrauben, bevor ich auf Einwegflaschen verzichte.

Sollen doch zuerst die Autofirmen Autos bauen, die weniger Sprit verbrauchen, bevor ich die Heizung ein wenig runter dreh.

Sollen doch zuerst die anderen g‘scheiter werden, bevor ich g‘scheiter werd‘.