straßenbahnbahnsteigvorbeuger

fast rituell anmutend ist es,
wenn sich die leute am bahnsteig,
auf die bim wartend, drängen
und sich, ganz nah am „abgrund“ stehend,
man könnte meinen erfurchtsvoll,
vorbeugen und noch mehr vorbeugen
um eben am nebenstehenden vorbeuger vorbeivorbeugend
erkennen zu können,
ob denn nicht die sehnlichst erwartete bim schon ums eck bog,
und ihr eintreffen in der station
unmittelbar bevorstehen würde.
manchmal beuge ich sogar mit.

krebs in der muschel

mittagliches hungerstillen in der nordsee
kann sogar beim paela-essen für überraschungen
gut sein: in der dicken muschel haben sich´s 2
mini-krebsen gemütlich gemacht. wahrscheinlich
hätt´s mir wohl nichts ausgemacht, wenn ich
die muschel samt der krebserl runterschnabuliert
hätte, aber ich hab die muschel dann doch dem
nordseekerl zu dessen belustigung an den tresen
gebracht und mir eine krebslose muschel abgeholt.

apfeliges wiedersehen

wochenends, wenn ich im garten meiner eltern bin,
und grad jetzt im herbst ist´s besonders schlimm,
denk ich ab und zu an den alten apfelbaum zurück,
der die für meinen gaumen besten äpfel trug
und seit ein paar jahren nimmer ist.
die äpfel waren ob ihrer süße manchmal
von den bienen und wespen zerfressen
und faulten manchmal schon am baum.
und trotzdem waren sie meine lieblinge.
intensiv süß und trotzdem recht sauer,
zwar recht beschorft aber zum anbeißen duftend.
derweil hab ich mich mit ihm angefreundet,
aber am besten schmecken sie nur dort,
wo eben der gute alte baum mit meinen lieblingen stand.
heute kommt die schwester meiner kollegin ins büro,
mit einem sackerl voller äpfel.
meiner äpfel.