klingelterror neu

früher liefen kinder von wohnblock zu wohnblock, fuhren mit dem finger über die klingeltaster und verschwanden dann zum nächsten wohnblock. am land gab´s sowas nicht.
heute ist´s am land oft so, dass die funk-türklingel schellt, obwohl keiner draußen einlass begehrt. standard-einstellungen sollten eben standard-einstellungen bleiben und individualisiert werden. es sei denn, man ist an der besuchsfrequenz der nachbarschaft interessiert.

drei vögel

letzten samstag war ich auf einem begräbnis.
den mann, dessen 3 kinder vor 10 bzw. 12 jahren bei tragischen verkehrsumfällen ums leben gekommen waren, begleitete fast das ganze dorf und seine arbeitskollegen und die nunmehr allein zurück gebliebene witwe auf seinem letzten weg.
als ich dann da am friedhof stand, die fotos seiner 3 verstorbenen kinder – allesamt in meinem alter – am grabstein ansah, der tote körper dann der erde übergeben wurde, flogen 3 vögel, dicht neben einander über den friedhof.

4. pedal

in letzter zeit, erwacht der frühling so langsam in wien und zeitgleich
scheint auch der wiener autofahrer liebste nebenbeschäftigung
wieder frisch zu erblühen.
man hat fast den eindruck, dass manch wiener autolenker sich über
ein 4. pedal im auto freuen würd, das dem zeitweise zum nichtstun
verdammten gasfuß wieder eine essentielle aufgabe geben könnte
und gleichzeitig eine hand frei machen würde für den autofahrergruß,
zum nasebohren oder zum radiolauterdrehen.

eumel, der

scheinbar hat der begriff „eumel“ für viele leute eine andere bedeutung.
für mich ist „eumel“ ein universeller allgemeinbegriff, der dann zum einsatz kommt, wenn mir beispielsweise die bezeichnung für ein ding grad nicht so lockerflockig über die zunge will. ein eumel kann also ein locher, ein flakon, ein blumentopf oder ein schraubenschlüssel sein.
eine kollegin meint, ein „eumel“wäre ein loser, ein verlierer, ein dolm.
einer meint, ein eumel wär´ ein kobolt.
zwei wiederum meinen unabhängig von einander, ein eumel wär´ etwas, das an einem gegenstand „wegsteht“.
.
tja, was ist denn jetzt eigentlich ein „eumel“?

haltestellenfahrplangucker

wenn gestresste haltestellenenterer eine haltestelle entern – egal ob bim oder bus – gucken diese sofort auf den fahrplan.
sinnloserweise.
die bim oder der bus kommen deswegen nicht früher zur haltestelle – kein sekündchen nicht.
und auch die frage „wie lange muss ich noch warten?“ wird keine befreidigende antwort bekommen können, zumal da ja mehrere ungenauigkeitsfaktoren zusammentreffen: die eigene uhr, die uhr der verkehrsbetriebe und die uhr des bim- oder busfahrers. nebenbei spielen einer etwaigen pünktlichkeit noch überlange ampelphasen, ein- und aussteigunschlüssige menschen, unachtsame zebrastreifenbenutzern, kinderwagenein- und austransportierern- und -innen – hach, da könnte man ein weilchen aufzählen – übel mit.
genau so effektiv ist wohl die von manchen rauchern als empirisch bewiesen geglaubte „wenn-ich-mir-jetzt-eine-zigarrette-anzünde-kommt-der-bus“ theorie.