Auch KIs spielen gerne „Stille Post“.

KI ist ja grad in aller Displays und Screens. Sie schreibt Texte sonder Art und generiert Bilder, die man sich nie zuvor hat ausmalen können. Ein paar Prompts reichen und prompt sind diese schon am Bildschirm. Die Möglichkeiten in diesem Bereich werden immer umfangreicher, kaum hat man ein Tool für sich entdeckt, poppen drei weitere auf, die noch überzeugender sind.
Nun, ich bin eben ein verspielter Typ und deshalb hab ich mir gedacht, ich lasse verschiedene KIs miteinander „Stille Post“ spielen.

Wie das geht? Ganz einfach. Ich habe ChatGPT berühmte Gemälde beschreiben lassen und einen KI-Bildgenerator mit den so generierten Texten als Prompts gefüttert. Nachdem die bildgenerierende Variante der Bing-AI nur eine begrenzte Zeichenanzahl zulässt und eine halbwegs vernünftige Beschreibung doch mehr Umfang hat, habe ich es mit ideogram.ai versucht. Und die Ergebnisse waren durchaus interessant.

Begonnen habe ich – natürlich – mit der Mona Lisa. ChatGPT war so nett und hat mir auf folgende Anfrage Beschreibe die Details des Gemäldes „Mona Lisa“ ohne den Titel des Bildes und den Namen des Malers zu verwenden.“ diese Beschreibung ausgeworfen:

Das Gemälde zeigt das Porträt einer Frau in halber Länge. Sie schaut frontal auf den Betrachter und hat einen ruhigen, fast rätselhaften Gesichtsausdruck. Ihr dunkles Haar fällt in lockeren Locken über die Schultern. Sie trägt eine dunkle Robe mit einem durchsichtigen Schleier oder einer Kopfbedeckung. Die Augen der Frau wirken lebendig und intensiv, und ihr Mund ist leicht geöffnet, wobei sie ein subtil verzauberndes Lächeln zeigt. Die Hände der Frau sind vorne sichtbar und wirken zart und elegant. Der Hintergrund des Gemäldes ist düster und undeutlich. Es gibt feine Details in den Gesichtszügen und Händen, und das Spiel von Licht und Schatten verleiht dem Porträt eine bemerkenswerte Tiefe und Realismus.

Das passt doch schon mal. Eine treffende Beschreibung, die zwar bei den Händen detailierter ist als beim Hintergrund, aber so streng will ich da nicht sein. Im Grunde könnte der Text so in einem Galerie-Führer stehen. Also ab mit dem Text in die Midjourney-Alternative ideogram.ai. Und Sekunden später waren spannende und beeindruckende Ergebnisse da.

Wow. Die verschiedenen Stile hatte ich nicht erwartet, was mich immer und immer wieder neue Mona Lisas generieren ließ. Man kann da fast nicht aufhören. Da war kaum ein Bild dabei, das unästhetisch wäre oder nicht irgendwo gerahmt an der Wand hängen könnte. In einem IKEA-Rahmen – allemal. In der einen oder anderen Galerie – warum nicht?

Voller Euphorie hab ich ChatGPT mit der nächsten Aufgabe betraut: „Beschreibe die Details des Gemäldes „Die Geburt der Venus“ ohne den Titel des Bildes und den Namen des Malers zu verwenden.“ Und dann folgte eine Enttäsuchung:

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Ok. Die KI hat’s also doch ein bisschen mit der Prüderie. Aber nicht entmutigen lassen. Leonardo Da Vinci hat ChatGPT gefallen, warum sollte ich es nicht mit einem weiteren Meisterwerk aus seinem Pinsel versuchen: Das letzte Abendmahl. Die Anfrage nach dem obigen Muster ergab:

Das Gemälde zeigt ein Abendmahlsszenario, bei dem eine zentrale Figur in der Mitte einer Tafel sitzt. Um diese zentrale Figur sind zwölf andere Personen anwesend, die ebenfalls an der Tafel sitzen. Die zentrale Figur und einige ihrer Begleiter scheinen in ein Gespräch vertieft zu sein, während andere verwundert oder besorgt wirken. Die Tischdecke und die Tischutensilien sind Teil des Bildes. Das Licht fällt von oben auf die Szene und betont die Gesichter und Gesten der dargestellten Personen. Es gibt eine lebendige Interaktion und eine breite Palette von Emotionen bei den dargestellten Charakteren.

Was da zu Tage kam, war dann einerseits enttäuschend, andererseits positv überraschend. In Sachen Gesichter hat die KI große Schwächen offenbart, wenn’s nicht um Portraits bzw. um dezitierte Darstellung von Gesichtern geht, ist die künstliche Intelligenz nicht so detailiert und versucht nur, die Anmutung mitzunehmen. Was als Basis für die Aufgabenerfüllung grad noch ok sein kann, um darauf aufzubauen. Aber als Poster an der Wand oder gar gerahmt? Wohl eher nicht.
Die Stilbandbreite war wiederum erfrischend. Bei einem Versuch hat die KI offenbar sogar den richtigen Riecher gehabt und wohl vom Original „abgemalt“. Was mich aber wirklich positiv überrascht hat, war, dass die zentrale Figur – also Jesus – auch als Frau gesehen wurde. Vielleicht ist das ja sogar näher an der Wahrheit, also wenn man davon ausgeht, dass es eine/n Jesus tatsächlich gegeben hat…

KI-Stille-Post macht immer mehr Spaß. Ich mach’s eine Spur leichter und versuche es in der Ecke der modernen Malerei. Das Thema Landschaft hat ChatGPT bei Mona Lisa ja ignoriert. Und das abendliche Come together war ideogram.ai eher ein Schwachpunkt. Also fiel meine Wahl auf Van Goghs „Die Sternennacht“. Die Bildbeschreibung war wieder am Punkt.

Das Gemälde zeigt eine nächtliche Szenerie mit einem dunkelblauen Himmel, der von leuchtenden gelben Sternen und weißen Wolken durchzogen ist. Eine große zypressenähnliche Baumgestalt ragt in den Himmel. Unter dem Baum ist ein Dorf oder eine Stadt mit einigen Gebäuden zu sehen. Die Strukturen sind in kräftigen Blautönen gehalten. In der Ferne ist ein weiteres, kleineres Dorf zu erkennen. Die Landschaft wirkt abstrakt und wirbelt in dynamischen Mustern um die Sterne. Die Farben sind intensiv und verleihen der Szene eine traumhafte Atmosphäre.

Hier war’s dann vorbei. Ich hab nicht mehr aufhören können, neue Bilder zu generieren. Nahezu alle waren für sich großartig. Nüchtern betrachtet, erzählen sie in Summe alle, was das Original auch erzählt, einzeln sind sie durchaus passable Interpretationen, die erahnen lassen, was gemeint ist. Und ja, posteresk sind sie.
„Stille Post“ mit KI funktioniert mal gut, mal weniger gut. Es macht Spaß, die eine KI mit der anderen zu füttern und zu sehen, was so passiert. Man könnte natürlich jedes generierte Bild einer Bildanalyse unterziehen und noch eine Runde drehen lassen, aber das würde ausufern. Was sich jedoch gezeigt hat, dass die Interpretationen erfrischend und auch inspirierend sind.
Das gleiche Experiment mit Menschen nachzustellen, wäre durchaus interessant. Hier müsste man eher unbekannte Werke als Basis hernehmen, was dann wiederum nur für eine kleiner Zielgruppe wirklich spannend wäre. Schade eigentlich.

Wie spielen Regenwürmer eigentlich Schere-Stein-Papier?


Man kennt es ja, das kleine Spiel für zwischendurch. Man spricht gemeinsam „Schere, Stein, Papier!“, bewegt dazu die Faust im Rhythmus und bei „Papier“ zeigt man das Werkzeug seiner Wahl. Und schon steht ein Sieger fest. Oder es gibt ein Unentschieden und es folgt eine zweite Runde. Nötigenfalls eine weitere. Solange bis halt jemand gewonnen hat.
Auch bei Entscheidungen, wenn zwei gleichwertige Optionen sich gegenüberstehen und man in Ermangelung von Zeit rasch eine Handlung setzen muss, kommt dieses Spiel zum Einsatz.
 Das Regelwerk ist simpel und ist in wenigen Sekunden erklärt. Das macht das Spiel bei wirklich allen beliebt, außer vielleicht von Tischlern und Zimmerern, aber das ist eine andere Geschichte.

Neulich im Garten sind mir zwei Regenwürmer entgegen gekreucht. Und die brachten mich zu der Frage im Titel. Also, wie läuft das jetzt bei den Regenwürmern? In Ermangelung von Fingern tun die sich da ja etwas schwer. Aber wenn man ein wenig Geduld mitbringt, dann zeigt sich, dass die kleinen flinken Nützlinge sehr einfallsreich sind und ihrerseits eine Variante entwickelt haben, die sich sehen lassen kann.

Sie spielen nämlich „I-S-O“ – in Fachkreisen auch als Stock-Schlange-Brunnen bezeichnet.
Durch langwierige Beobachtung (mir wurde das Bildmaterial auf verschlungenen Wege) und den nachfolgenden Unterwürfigkeitshandlungen hat sich folgende Regelung herauskristallisiert:
O > S … die Schlange fällt in den Brunnen
S > I … die Schlange umwickelt den Stock
I > O … der Stock liegt quer über den Brunnenrand


Falls Sie also mal wieder zwei Regenwürmer in freier Wildbahn in solchen oder ähnlichen Posen nebeneinander sehen, wissen Sie, dass Sie da eines besonderen Naturschauspiels ansichtig geworden sind.

Wie aber nun ein Crossover-Match Regenwurm vs Mensch aussehen kann, daran wird noch auf Hochdruck gearbeitet. Ein Reglement zu entwickeln, mag vielleicht schwierig sein, die weitaus diffizilere Aufgabe wird wohl, diese den Regenwürmern beizubringen. Aber wie haben einst die Affen in der Toyota-Reklame gesagt: „Nichts ist unmöglich!“.

Da will man abends noch mal kurz eine Verdauungsrunde drehen und dann entscheidet eine Minute darüber, dass die Niederlande und Simmering auch Teil deines Abends werden.


Es ist 19:25, die Dame und ich starten nach dem Abendessen los. Eine Runde rauf zur Gloriette, hinten beim Parkplatz nach dem Tirolergarten raus und wieder heim. Ein gemütliches Stündchen die Füßchen bewegen. Guter Plan eigentlich.
Wenn ich allein unterwegs bin, hab ich einen ambitionierten Schritt drauf. Obwohl ich immer wieder da und dort stehen bleib und durch die Gegend knipse. Heute nicht, da die Dame mit dabei ist. Nun, beim Gehen plaudert man halt und man vernachlässigt das Tempo. Aber alles ok, wir sind in der Zeit.
Oben angekommen, genießen wir kurz den Blick über die Stadt und da es ein wenig frisch war, ging’s gleich weiter zum Parkplatz-Ausgang. Die Zeit drängelte nun schon schüchtern. Also weiter.
19:58. Alles wunderbar. Nur noch die eine Biegung vor uns und wir sind am Tor. Und so war es auch. Das Tor war da. Ein Auto fuhr gerade weg. Auf uns zu. Die Torwächterin.
19:59. Sie fährt an uns vorbei. Und an einem joggenden Pärchen, einer jungen Frau mit Mütze und Windjacke und zwei jungen Männern. Alle sind baff. „Die hat wohl neue Batterien in der Uhr“ denke ich mir.
Das joggende Pärchen macht kehrt und läuft grummelnd runter Richtung Haupteingang. Der hat länger offen – zumindest kann man dort bis spät in die Nach raus.
Die junge Frau ist überrascht, dass um 20:00 schon geschlossen wird, es ist ja noch hell. Sie ist zwar Wienerin, lebt aber schon länger in Spanien und ist auf Kurztrip wieder in Wien. Dass sie jetzt runter zum Haupteingang muss, nimmt sie gelassen.
Die zwei jungen Burschen stellen sich als niederländische Touristen heraus, die mit ihrem Auto schon Prag, Budapest, Bratislava und weitere Städte bereist haben. Und ja: Ihr Auto steht draußen am Parkplatz, der durch das geschlossene Tor nicht mehr so einfach erreichbar ist.
Die Stimmung der Dame an meiner Hand war plötzlich auch ein wenig gedämpft, aber mit mir an der Hand ist sie solche Überraschungen schon gewohnt. Es hilft nix. Wir müssen runter zum Haupteingang.
Ich erkläre den Niederländern, dass sie sich auf einen kleinen Fußmarsch einstellen sollen. Statt 100m bis zum Auto einmal runter zum Hauptausgang und die Maxingstraße wieder rauf. Sie nehmen es überraschend gelassen. Ich wähle für uns die Route an der Mauer zur Maxingstraße runter. Damit die Burschen ein Gefühl dafür bekommen, was sie auf der anderen Seite der Mauer wieder raufhatschen dürfen. Sie wollen heute Abend noch ein wenig fortgehen und fragen uns, welche Lokale wir ihnen empfehlen würden, eh nicht lange. Morgen zu Mittag soll’s ja dann nach München weitergehen. Schwierig, dachte ich. Spontan fiel mir die Gegend ums Bermuda-Dreieck ein. Sollte schon passen.
Wir stoppeln also im Grüppchen runter und gabeln noch einen jungen Läufer auf, der uns ein Türl beim Hietzinger Platzl empfiehlt. Dort könne man immer raus. So war es auch. Ein kleiner Abschneider, immerhin. Die Mützenlady verabschiedet sich. Wir sind nun nur noch zu viert und nehmen die Maxingstraße rauf in Angriff.
Die beiden Burschen erzählen von Prag und Budapest. Und dass es in den Niederlanden nirgends sollche steilen Straßen gibt, wie die, die’s grad zu erklimmen gilt. Erste Ermüdungserscheinungen stellen sich ein, als wir in den Maxingpark einbiegen. Ich teile ihnen mit, dass daneben gleich ein Friedhof wäre. Praktisch zum Ausruhen, man ist zwar in Gesellschaft, aber keiner quatscht einen an. Vorschlag abgelehnt. Im Park meine ich zu einem von den beiden, dass ich ihr Auto schon höre. Es ruft schon nach ihnen. Die beiden hören aber nix.
Endlich am Parkplatz angekommen. Und an dem Tor, an dem wir vor 50 Minuten standen. Auf der anderen Seite. Geschafft. Wir schnaufen alle durch und wünschen uns allen einen schönen Abend.
Nur… das Auto der beiden war nicht da. „Kann nicht sein.“ Hier oben wird tagsüber kein Auto gestohlen. Wenn überhaupt. Und in der Nacht ist ja alles wunderbar ausgeleuchtet. Außerdem sind dort Wohnhäuser in der Nähe. Aber: Hilft alles nix. Der Wagen der beiden ist weg.
Jetzt den polnischen machen wäre auch nicht die feine englische Art. Also helfe ich den beiden und wähle 133. Schnell stellt sich heraus, dass ein Auto, mit dem Kennzeichen, das die beiden angeben, abgeschleppt wurde. Es stand auf einem Behintertenparkplatz. Aha.
Um 20:53 stand es nimmer dort. Sondern in Simmering. Am Falschparkerabstellplatz der MA48. Eine mir nicht unbekannte Adresse. Frust und Freude tanzten Tango mit den beiden Niederländern. Und meine Sorgenfalten tanzten Faltenrock. Dass um die Uhrzeit dort noch wer ist, schien mir äußerst unwahrscheinlich. Ich mein‘, wir sind in Wien.
Und aus genau dem Grund hatte ich 10 Sekunden später einen tiefenentspannten MA48-Mitarbeiter am Rohr, der meinte, dass ein niederländisches Auto mit der passenden Nummerntafel am Falschparkerparkplatz auf seinen Besitzer warte. „Bar, Bankomat, Kreditkarte. Alles ist möglich.“
Gut. Das Geld fürs Fortgehen ist quasi schon ausgegeben. Dafür gibt’s morgen kein Schädelweh. Sie lachen. Bleibt ihnen ja nix anderes über. Mein nächtser Call gilt einem Taxi, das schlanke 13min später um die Ecke bog. Das Budget für den Absacker an der Hotelbar auf vier Rädern.
Erleichtert und voller Dankesbekundungen rollen sie sich ins Taxi. Und entschwinden in die Nacht. Um 22:01 zische ich daheim ein wohlverdientes Bier. 5 Minuten später schicken mir die zwei ein Foto vom Auto am MA48 Parkplatz.

Wie KI alles richtig macht. Und trotzdem falsch.

Ich spiele mich gern mit ChatGPT oder auch Bild-generierenden KIs herum. Weil’s spannend ist zu beobachten, wie die künstliche Intelligenz innerhalb von Sekunden verblüffend echt aussehende Ergebnisse zu liefern. Ja, es gibt da und dort Schwächen – Hände und Finger etwa. Darüber wurde schon hinlänglich berichtet.
Was der KI aber manchmal fehlt, ist die Intelligenz.
Neulich hab ich folgende Prompts ausprobiert:

„a tiny wooden house in austria, sundown, mountains in background, a old couple sitting on a bench, watching the sun“

Geliefert wurden mir wunderschöne, idyllische Bilder. Es war alles da. Das Holzhaus. Die alpine Gegend. Berge im Hintergrund. Ältere Menschen („couple“ wurde manchmal als Paar, dann wieder als „paar“ interpretiert). Die Sonne war da. Die Menschen blickten auch in Richtung Sonne. Alle Prompts sind also brav abgearbeitet worden.
Aber irgendwas hat dann doch nicht gestimmt.

HI, AIllustrator!

Ich lese ja gerne die Quellenangabe bei Fotos in der Zeitung. Wer also das Bild gemacht hat – ob es von der/dem Fotograf:in der Zeitung stammt, von APA/Reuters o.ä. bereitgestellt wurde oder Stockmaterial ist. Manche Fotograf:innen kennt man, erkennt man vielleicht sogar und freut sich dann.
Auch bei Illustrationen ist das spannend. Manche stammen vom hauseigenen Illustrator, manche sind Stockmaterial.
Heute kam ein neuer Illustrator dazu: