papierstau

in meiner wohnung.
zeitungen.
baumarkt-pospekte.
garten-prospekte.
profil-hefte eines halben jahres.
ausdrucke vom online-routenplaner.
ausgeschnittene zeitungsartikel.
auch ausgerissene.
Tageszeitungswochenendbeilagen.
rechnungen.
bezahlte.
briefe von der bank.
magazine.
gea-prospekte.
bücher.
papier.
papier.
papier.
auch die lustigen mahnungen der kirchenbeitragsstelle.
verteilt über esstsich, sessel, couch, dem gemütlichen sofa-sessel,
das vorzimmer-substitut-regal, stiegengeländer.
papier.
papier.
papier.
auf allen ebenen und unebenen flächen.
papier.
papier.
papier.
hätt´ ich einen drucker zuhause….
nicht auszudenken.

milchpakerl haben keine füße.

sieht man doch.
auch ist nicht anzunehmen, dass sie diese nur in unbeobachteten momenten aus den tetrapack-boden-flappen ausfahren.
genauso wenig ist´s wahrscheinlich, dass diese per auto-telekinese sich in den 2m entfernten papierkorb – und wenn sie wieder auftaucht, in die tetrapack-sammelbox – befördern.
das kunststück, sich leergesaugt aus dem milk-cooler für die espressomaschine houdini-artig zu befreien und den weg zur „müllecke“ flügellos fliegend zu bestreiten, dem milchpakerl zuzutrauen, empfinde ich auch ein wenig übertrieben.
und dass volle artgenossen nach vollbrachtem kunststück elögant das tetrapack-ohrwaschel abwerfen und sich selbst in den milk-cooler beamen – nein, sollte das denn möglich sein?
wahrscheinlich hat die liebe kollegenschaft mehr phantasie.

sicher

es verleiht einem ein besonderes gefühl der geborgenheit, wenn der kellner das feuerzeug mit dem pfefferspray verwechselt.
kopp
andererseits trau ich den stammgästen (auch dem kellner) zu, morgens pfefferspray statt odol-mundspray zu verwenden.

20:15, vorstadt

ich trudle ein.
konnte leider nicht früher kommen und hechelte eilends ins endlich gefundene vorstadt.
vor mir: längerer gang mit einigen leeren tischen.
links: einige spärlich besetzte tische.
tilaks umfrage mit 12 fixkommern dürfte sich leider bewahrheitet haben.
also nach links.
platz nehmen und leute beobachten.
mit einem krügerl in der hand analysiere ich gesichter, habituse – male mir aus, wer wer sein könnte.
und ich bin erfolgreich:
smi – ja, der da könnte smi sein, etwas längere haare als auf den eher kleinen header-pics. (wahrscheinlich wegen dem stress rund ums buch keine zeit für frisör – jaja, ich sollte auch wieder mal einen solchen aufsuchen).
miss – die daneben könnte die miss sein. hmmm, könnt´ hinkommen. zwar irgendwie anders, als ich mir vorgestellt hab´ – obwohl, ich hab´überhaut keine konkreten vorstellungen, wie irgendwer aus der twoday-gemeinde aussieht, ´s ist schier unmöglich, lediglich ein gefühl – aber ja, die miss, die ist die gleich neben dem smi.
die beiden anderen am tisch – schwierig.
nächster tisch.
tom – der mit dem hemd ist tom. garantiert, da fährt die eisenbahn drüber. sicher sogar.
sierra – ihm gegenüber. der hals passt. sierra-bart ist zwar keiner da, aber den hat er sich der tarnung halber (schlaues kerlchen) abrasiert. haha. sierra – du bist entlarvt.
gerade als ich aufstehen, zum smi-tisch gehen und mich als boomerang presigeben wollte, höre ich aus dem langen, menschenleeren gang applaus.
ha.
dem applaus nach.
da ist ja ein saal.
rein.
wow.
bummvolle hütte.
dort wartet hinter der tür der echte smi, und in der menge sind sicher auch tom und miss – die echten.
ohne ein wort gehört zu haben, spüre ich eine vertraute stimmung. der rauch, die stickige wärme sind nicht unangenehm, nein, irgendwie behaglich. schön.
ah, es wird gelesen.
ein text von mir.
minuten später eines meiner luxo-bilder projiziert.
es ist ein unbeschreibliches gefühl.
texte vorgelesen zu bekommen, was heißt vorgelesen, vorgelebt – ja, stimmt, vorgelebt ist auch wieder falsch, aber zumindest vorinterpretiert in seiner äußerst positivsten form, also texte, die man vor geraumer zeit selbst gelesen hat, an die man sich erinnern kann und irgendwie ist´s einfach nur schön.
so banal es klingt.
leider war´s auch zu schnell aus.
leider.
und meinen falschen sierra-bart hab ich auch nicht gebraucht.
öh – kurz, zu dokumentationszwecken , nicht zur tarnung.
nein.
nicht nötig.
dar saal war so voller angenehmer stimmung, voller menschen (wahnsinn, wie viele leute sich für die lesung interessiert haben) die so was von geborgenheit versprühten – ein unglaubliches erlebnis.
bevor ich weiter in sentimentalitäten versinke,
danke twoday, danke knallgrau, danke für den abend.