Ich spiele mich gern mit ChatGPT oder auch Bild-generierenden KIs herum. Weil’s spannend ist zu beobachten, wie die künstliche Intelligenz innerhalb von Sekunden verblüffend echt aussehende Ergebnisse zu liefern. Ja, es gibt da und dort Schwächen – Hände und Finger etwa. Darüber wurde schon hinlänglich berichtet. Was der KI aber manchmal fehlt, ist die Intelligenz. Neulich hab ich folgende Prompts ausprobiert:
„a tiny wooden house in austria, sundown, mountains in background, a old couple sitting on a bench, watching the sun“
Geliefert wurden mir wunderschöne, idyllische Bilder. Es war alles da. Das Holzhaus. Die alpine Gegend. Berge im Hintergrund. Ältere Menschen („couple“ wurde manchmal als Paar, dann wieder als „paar“ interpretiert). Die Sonne war da. Die Menschen blickten auch in Richtung Sonne. Alle Prompts sind also brav abgearbeitet worden. Aber irgendwas hat dann doch nicht gestimmt.
„Gute Nacht.“ säuselt sie mir schlaftrunken zu, ehe die letzten Strahlen meine Nasenspitze sanft streifen. „Schlaf gut.“ schicke ich ihr hinterdrein, im bitteren Wissen, dass sie anderswo grade wieder eine Tagesschicht beginnt.
Ich lese ja gerne die Quellenangabe bei Fotos in der Zeitung. Wer also das Bild gemacht hat – ob es von der/dem Fotograf:in der Zeitung stammt, von APA/Reuters o.ä. bereitgestellt wurde oder Stockmaterial ist. Manche Fotograf:innen kennt man, erkennt man vielleicht sogar und freut sich dann. Auch bei Illustrationen ist das spannend. Manche stammen vom hauseigenen Illustrator, manche sind Stockmaterial. Heute kam ein neuer Illustrator dazu:
Es schau’n Flatterfrau und Flattermann, wer nicht besser flattern kann. Flatteronkel, auch nicht fad, auch was dazuzuflattern hat. Und dann noch die Flattertant flattert auch mit umanand.
Dem geneigten Wirtshausgehern – an dieser Stelle mus sich leider dem größeren Teil der Wirsthausgeher*innen mein Bedauern aussprechen, von diesem architektonischen Kleinod im Regelfall ausgeschlossen zu sein – eröffnet sich dann und wann das wunderbare Vergnügen, eines Beethoven-Häusels ansichtig zu werden. Manche nennen es auch: das Fünfer-Arrangement. Wer jetzt ob seiner mathematischen Vorkenntnisse beim Studium der obigen Abbildung Einspruch erheben mag, tut dies aus Sicht von Adam Riese wohl zurecht, lässt aber ein kleines Manko im Bereich der musischen Bildung aufblitzen – drum Obacht beim zu flotten Urteil. Es verhält sich nämlich so, dass dem, dem Wasserabschlagen zugewiesenen Bereich der Herrentoiletten in Gastronomiebetrieben gerne eine kleine Auswahl an passend geformter Keramik dargeboten wird, bei der auch auf die Wuchshöhe der Wasserabschlager und Wasserabschlagsvorrichtungen geachtet wird. Was natürlich von jenen löblich goutiert wird, die an Jahren oder auch Körpergröße (noch) nicht besonders große Fortschritte gemacht haben. Vielleicht spekuliert ja so manche Gastrom*in auch damit, dass sich – aus welchen Gründen auch immer – Tom Cruise oder Danny DeVito mal als Gast einfinden mag und dann, ja dann, dann wäre es doch peinlich, wenn man dem im Gastraum noch strahlenden Weltstar grad beim dringend notwendigen Strahlen klar macht, dass er anderen nicht das Wasser reichen, geschweige lassen kann. Jedenfalls ist in solchen Etablissements für Groß und Klein gleichermaßen gesorgt, alle Größen sollen gleiche Chancen haben und entspannt der Natur ihren freien Lauf lassen können. Demokratie an der Keramik quasi. An solchen Orten angekommen und zur Tat bereit, beschleicht mich jedes Mal schon beim Öffnen des Hosenstalls das Verlangen, Beethovens Fünfte zu pfeifen. Es ist ja nicht so, dass dieser zutiefst menschliche Akt etwa gar so dramatisch wäre – also wenn man nicht grad mit letzter Kraft den Ort des Geschehens erreicht hat oder die letzten Schritte aus gutem Grunde eher wenig raumgreifend waren, wenn es galt, das Schlimmste zu verhindern. Der Grund des musikalischen Zwischenspiels liegt ganz wo anders. Es ist die gekonnt platzierte Anordnung der Pissoirs, die dem schnöden Gang zum Urinal einen kleinen Hauch eines Opernbesuchs verleihen. Ta ta ta taaam.
Da kreuzt ein Raup‘ des Weges mir, noch nicht Flatter- sondern Kreuchgetier, mutig will er bereits hoch in die Lüfte, doch dann zwickts ihn, wahrscheinlich war’s die Hüfte.
Heute war ich am gefährlichsten Ort des Burgenlandes. Oder zumindest des Südburgenlandes. Also wenn ich ein Reh wäre. Und die heimische Jägerschaft über Scharfschützen-Equipment verfügen würde. Weil dann, ja dann wären in dem Moment zehn rote Punkte auf meinem Westerl gewesen.