Wie ein Meinungsforscher seinem Berufsstand unabsichtlich ins Knie schießt und dabei trotzdem voll und ganz Recht hat.

In Österreich stehen mal wieder Wahlen an. Dieses Mal geht es um das höchste Amt im Staat – dem des Bundespräsidenten. Auf den Wahlzettel stehen 6 Personen zur Auswahl. Was nicht nur dem wählenden Volk die Entscheidung nicht einfach macht, sondern ganz besonders den Meinungsforschern die Schweißperl auf die Stirn treibt, nein, auf die Stirn pumpt. Denn die Umfragen mit all ihren Unfragen sind gefragter denn je. Jeder will wissen, wer es denn nun wird. Und wer nicht. Wer wird zweiter? Wer hat keine Chance auf eine Stichwahl? Wird es überhaupt eine geben? Und welcher der Personen, dessen Namen am Wahltag bekreuzigt werden sollen, hat schon mal an einem Joint gezogen, eine Buttersemmel geschmiert oder seine Socken gebügelt, schon mal das eigene Automobil ein Häuchlein schneller als die erlaubten 130km/h über die Autobahn manövriert oder gar schon mal Gabalier gehört?
Tja, genau diese Fragen werden gestellt. Oder wollen gestellt werden. Und das macht Angst. Den Präsidentschaftskandidaten, den Wählern und den Meinungsforschern. Diese lebenden Orakel haben jetzt Hochkonjunktur. Jetzt müssen sie zeigen, was sie drauf haben. Jetzt gilt es, zu zeigen, wo der Bartl sein Kreuzerl macht. Oder auch nicht.
Und mitten in diese aufgeheizte Stimmung wirft einer der Päpste der österreichischen Meinungsforschung ein Zitat, das der ganzen Branche den Boden unter den Füßen weg zieht, die hochgejazzten Umfragen ad absurdum führt und als das dastehen lässt, was es im Grunde auch ist: Die Kaffeesudleserei einer Momentaufnahme.
Van der Bellen könnte seinen Vorsprung noch vergrößern, aber auch noch überholt werden.

Wenn der Serviervorschlag kein Mouthwatering auslöst, dann hat’s was.

Die Food-Fotografie ist eine eigene Wissenschaft. Klar, geht es ja darum, das zu verpackende Produkt besonders köstlich aussehen zu lassen. Selbstverständlich wird dabei auch ordentlich getrickst – und nicht selten ist das, was da fotografiert und auf den schniecken Karton gedruckt wird aber sowas von überhaupt nicht für den Verzehr geeignet. Aber wenn das Produkt auf der Verpackung gut aussieht, dann greift der potentielle Kunde halt gerne zu. Und darum geht’s. Dass Packaging und das, was schlussendlich auf dem Teller landet, zwei grundverschiedene Welten sind, das weiß heute allerdings auch schon jedes Kind.
Nun trug es sich zu, dass mich heute mein knurrender Magen in einen Supermarkt beorderte, um „Beute zu machen“ – einen Mammut zu erlegen – oder wenigstens ein Leberkäsesemmerl. Jedenfalls streunte ich an den Tiefkühlregalen vorbei, immer auf der Suche nach neuem. Und da ward ich fündig.
Ich bin mir jetzt ein wenig unsicher, ob der Fotograf, der für das Foto dieser – sicher köstlichen – vegetarischen Bio-Laibchen gebucht wurde, selbst Vegetarier ist. Aber irgendwie kommt das Mouthwatering-Gefühl beim Anblick dieser Packung nicht so ganz rüber. Man hat eher den Eindruck, dass er zwar alles wunderbar ausgeleuchtet und perfekt drapiert hat – aber dann doch spontan einen 14-tägigen Urlaub angetreten hat, ehe er auf den Auflöser gedrückt hat. Fast, ja fast hätte ich das Zeug gekauft. Um zu sehen, wie die Bio-Laibchen im genussfertigen Zustand aussehen. Obgleich ich bezweifle, ob die jemals genussfertig sein können – bei dem Zustand auf dem Packaging.
Serviervorschlag

trüb.

trüb.
trüber trieb.
trüber, trab!
trieb er trüb?
trab, er trieb!
trüb er trieb.
trab.
trieb.
trüb.
trieben.
trüben.
traben.
trüb.
trüb.
trüb.
trübsinn.
trübsinnig.
trüb. sinnig.
sinnig.
sinnig?
innig?
irrsinnig.
irrsinnig trüb.
irr.
irr?
irr!
irre trüb.
trüb.