Wenn der Serviervorschlag kein Mouthwatering auslöst, dann hat’s was.

Die Food-Fotografie ist eine eigene Wissenschaft. Klar, geht es ja darum, das zu verpackende Produkt besonders köstlich aussehen zu lassen. Selbstverständlich wird dabei auch ordentlich getrickst – und nicht selten ist das, was da fotografiert und auf den schniecken Karton gedruckt wird aber sowas von überhaupt nicht für den Verzehr geeignet. Aber wenn das Produkt auf der Verpackung gut aussieht, dann greift der potentielle Kunde halt gerne zu. Und darum geht’s. Dass Packaging und das, was schlussendlich auf dem Teller landet, zwei grundverschiedene Welten sind, das weiß heute allerdings auch schon jedes Kind.
Nun trug es sich zu, dass mich heute mein knurrender Magen in einen Supermarkt beorderte, um „Beute zu machen“ – einen Mammut zu erlegen – oder wenigstens ein Leberkäsesemmerl. Jedenfalls streunte ich an den Tiefkühlregalen vorbei, immer auf der Suche nach neuem. Und da ward ich fündig.
Ich bin mir jetzt ein wenig unsicher, ob der Fotograf, der für das Foto dieser – sicher köstlichen – vegetarischen Bio-Laibchen gebucht wurde, selbst Vegetarier ist. Aber irgendwie kommt das Mouthwatering-Gefühl beim Anblick dieser Packung nicht so ganz rüber. Man hat eher den Eindruck, dass er zwar alles wunderbar ausgeleuchtet und perfekt drapiert hat – aber dann doch spontan einen 14-tägigen Urlaub angetreten hat, ehe er auf den Auflöser gedrückt hat. Fast, ja fast hätte ich das Zeug gekauft. Um zu sehen, wie die Bio-Laibchen im genussfertigen Zustand aussehen. Obgleich ich bezweifle, ob die jemals genussfertig sein können – bei dem Zustand auf dem Packaging.
Serviervorschlag

5 Kommentare zu “Wenn der Serviervorschlag kein Mouthwatering auslöst, dann hat’s was.

  1. Der Selbstversuch, der erstaunliches zu Tage brachte. Nämlich, dass Packaging und tatsächliches Produkt tatsächlich nichts miteinander zu tun haben. Aber überhaupt nicht. Gestern hab ich mir diese Laibchen gekauft. Und Sie 12 Minuten (plus Zugabe und Extrazeit) im Bürominibackröhrchen vor sich hingaren lassen. Schon im rohen Zustand sahen sie erstaunlich frischer aus. Auch die unrunde – man wäre fast verleitet zu sagen: handgemachte – Form der lactovegetarischen Taler war sympathisch. Der Geschmack war’s dann wiederum nicht. Ich will nicht sagen, dass sie schlecht geschmeckt haben, die Eckelchen, die etwas zu viel von der Hitze erleiden mussten, haben sogar ein wenig an den Geschmacksnerven gekitzelt, aber der Bringer waren sie nicht. Der Kollege hat sich über die Kartoffe-Gemüse-Geschwister aus selbigen Hause getraut, allein schon wegen des schöneren Produktfotos, welches wiederum – klassisch – mehr versprach, als dann schlussendlich aus dem Karton schlupfte. Und die wiederum waren ein kulinarisches Meisterwerk: Wie man 300 Gramm absolut geschmacklose Masse herstellen kann, war uns ein Rätsel. Als Urteil blieb uns hier nur zu sagen: „Zum Scheißen reicht’s.“

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