Dem Thermometer auf der Spur

Viel und oft wird behauptet, dass es im Mittelalter allgemein viel wärmer war als heute. Beweise dafür sind Mangelware. Wobei, vielleicht auch nicht.
Ein Indiz dafür, dass es im Mittelalter viel wärmer war als heute, hat jeder daheim an der Wand hängen: das Thermometer.
Wie so viele Begriffe des Alltags, hat sich auch dieser vom Mittelalter aus bis heute im Sprachgebrauch erhalten.
Die Bezeichnung „Thermometer“ ist ein Kompositum, also ein zusammengesetztes Wort. Der erste Teil, nämlich „Thermo“, weißt darauf hin, dass der Begriff mit Temperatur zu tun hat. Der zweite Teil des Wortes, nämlich „Meter“, lässt auf die Länge des zu bezeichnenden Gegenstandes schließen.
„Thermometer“ ist also die Bezeichnung für ein langes Gerät, das zur Feststellung der Temperatur dient. Die Länge rührt daher, dass für die Temperatur-Messung von höheren Temperaturen angezeigt auch entsprechend lange Glassäulen mit Quecksilber- oder Alkoholfüllungen von Nöten waren.
Das übliche Maß von in etwa einem Meter Länge wurde zur Norm und im Volksmund etablierte sich bald der Begriff „Thermometer“. Und, wie eingangs erwähnt, der Name ist erhalten geblieben, seit dem Mittelalter unverändert.
Dass heute handelsüblich Thermometer wesentlich kürzer sind, lässt darauf schließen, dass es im Mittelalter viel wärmer gewesen sein muss, als heute.

Woher sollen wir wissen, ob wir dafür oder dagegen sind, wenn wir nicht wissen, ob die anderen dagegen oder dafür sind?

Politik entzündet sich an so manchen Kleinigkeiten.
Manchmal reicht ein einziges Wort und schon geht’s rund.
In der letztwöchigen Ausgabe von „Gute Nacht Österreich“ war es dann soweit.
Der Name meines Heimatortes kam zur Ehre, im oben verlinkten Beitrag genannt zu werden.
„Kleinpetersdorf“
Die Nennung hat mich natürlich unheimlich gefreut. Und gleich ein Fragezeichen im Denkstüberl rotieren lassen. Denn Kleinpetersdorf ist im Grunde genommen ja jetzt für nix bekannt, außer, dass der Name einmal bei „Gute Nacht Österreich“ erwähnt wurde.
Aber das war ja vor der Aufzeichnung und vor Ausstrahlung der Sendung eben noch nicht bekannt, was die Erwähnung bei gutem Wind rechtfertigen würde.
Also scheidet das mal als Grund aus. Denn wenn, dann würde das ja eine Zeitschleife in Gang setzen. Und das wollen wir lieber nicht riskieren. Was nicht schon alles im Kino so in Zeitschleifen alles verlustig gegangen ist – frage nicht!
Also frug ich mich und weinte mich seither täglich in den Schlaf, weil ich nicht wusste und immer noch nicht weiß: Warum kam grad der Ortsname meines Heimatdorfes zur Aussprache?
Mittlerweile munkelt man im Ort, dass überlegt wird, ein Zusatztaferl am Ortsschild anbringen zu lassen. Sowas muss man ja touristisch ausschlachten, wenn man sonst nichts zu bieten hat. Vielleicht geht das sogar noch vor den Landtagswahlen über die Bühne.
Es ist aber noch nicht fix, weil sich die politischen Lager noch nicht einig sind, wer jetzt dafür und wer dagegen sein soll, was ja den eigenen Standpunkt – nämlich dafür oder dagegen zu sein – bestimmt.
Politik halt.

Das Tagada des kleinen Mannes.

Frühmorgens. Der Bus ist voll. Und trotzdem schlupft eine Kindergartengruppe in den 62A. Die Pädagoginnen müssen hinterdrein. Kaum drinnen, beginnt sie, die lustige Fahrt. Der Pulk der laufenden Meter wuselt zwischen und unter den Fahrgästen durch und sammelt sich auf der Drehplattform. Heiliges Gebiet quasi. Ab dem Moment der Weiterfahrt auch steter Ursprung von „Uuuhs“ und „Aaahs“, von Gequiecke und Gelächter – ein unerschöpflicher Quell an Herzensfreude. Denn jedes Bremsen, jedes Beschleunigen, jede Kurve wird von den Kleinen lautstark gefeiert. Die anfangs grummelnden Gesichter schmelzen dahin und lassen zartes Lächeln durchschimmern. So wogt die Fuhre gut gestimmt in einen neuen Tag.

Unter Laternen

Als die Kurze noch im Kindergarten war, haben dort die Kids ein paar Tage vor dem großen Umzug ihre Laternen gebastelt. Am selben Abend waren die Eltern geladen, bei Glühwein und Keksen, die Kunstwerke fertig zu basteln.
Nun, in unsere Clique haben sich die Väter ausgemacht, den Abend bastelnd, plaudernd und glühweindend miteinander zu verbringen. Die Laternen wurden flott und (fach-)männisch zusammengeschustert und es wurde penibelst darauf geachtet, dass vom Glühwein ja nix übrig bleibt.
Die Kindergartenpädagoginnen waren müde und wollten endlich nachhause. Wir nicht. Also machten wir uns auf, den angebrochenen Abend nicht einfach so abzubrechen. Wäre ja noch schöner. Und noch schöner waren die fertig gestellten Laternen. Das kann doch nicht unbefeiert bleiben.
Also machten wir uns auf zum nächsten Wirten, der in Sichtweite lag, nicht mal ein entflammtes Streicholz entfernt, das uns den kleinen Abschneider vom Kindergartenhinterausgang zum Wirtshaushintereingang den Weg glomm.
Dort eingefallen, war schnell die erste Runde Bier bestellt. Ein paar Würstl – vernunftshalber – ebenso. Und es entspannen sich spannende Gespräche. Über dies und das, Anekdoten von den Kindern. Es wurde lustig und lustiger und später und später.
Langsam bekammen die Buben einen Dampf und wie das halt so ist, wenn eine Dampflokomotive mal in Schwung ist, wer kann die denn dann schon so schnell aufhalten?
Eben!
Man muss sie laufen lassen und drauf achten, das sie nicht entgleist. Oder zumindest es versuchen.
Die Zeiger der Uhr waren wie Weichen, die sich immer neu stellten, ehe der Wirt das letzte Bier auf den Tisch stellte und bald die Bude schloss.

Und wir beschlossen auch. Nämlich die letzte Chance zu ergreifen. Nämlich den nächsten Wirt auf- und heimzusuchen.
Es gingen hierbei zwar einige Waggons verloren, die in weiser Vorausahnung das Gleis wechselten, während ich mit zwei anderen Laternenfertigbastlern tatsächlich noch einem offenen Zapfhahn ein letztes Krähen entlocken konnten.
Der Druck im Kessel wurde nicht geringer, ich fand mich plötzlich in der Situation wieder, dass ich nur noch Passagier war und meinen beiden Begleiter schließlich das Ventil wegflog. Und schon ward aus dem gleichmäßigen Stampfen einer Lok ein wüstes Schnauben zweier Kelomaten.
Erst flogen derbe Worte, dann auch handfestes. So schnell ist aus einer Bastelei im Geiste des Heiligen Martin eine Rangelei der im Geiste Benebelten geworden. Und ich mittendrin.
Doch so flott ein Unwetter auch aufzieht, verzieht es sich auch wieder.
Mahnende Worte und drei Stamperl später war der Druck wieder raus und wir auch. Versöhnliche Worte im Ohr geleiteten uns dann wieder heim. Wie’s der Zufall halt so wollte, musste jeder an der Kreuzung in eine andere Richtung dem Bette entgegen suchen.
Das Laternenfest war natürlich wunderschön, die Laternen die schönsten, die der Kindergarten je zu sehen bekam.
Im Jahr drauf wurden die Eltern wieder gebeten, etwaige, nicht fertig gewordene Laternen am Abend bei Glühwein und Keksen gemeinsam zu komplettieren.
Aber aus unerfindlichen Gründen wurden diesmal wir Väter davon nicht unterrichtet und die Mütter übernahmen die lästige Laternenfertigbastelpflicht.