Auf Abwegen

Die fortschreitende kulinarische Verkommenheit des Landes manifestiert sich in der Huldigung höchst bedenklicher „Küchen“-Erzeugnisse. Diese hinterlassen nicht nur auf den Hüften der Bevölkerung ihre Spuren, neuerdings erobern sie sogar die Straßenschilder der Provinz.
Ein Glück, dass Helmuth Karl Misak von diesen Ereignissen verschont geblieben ist, er würde sich polternd im Grabe umdrehen.

Roffln

Heast as, wias roffln?
Heast as?
Da untare Nochba tuit.
Und dea va Wisawi a.
Sogoa va ouwan Greißla heat mas.
As Roffln.
Wias mit di Schneeschaufln iwan Gehsteig roffln.
A Geräusch, ois tatns da Eiswiafln ins Gnack schittn.
Dabei schneibts nua eine, walst eh a söwa mit deina Schneeschaufln voam Haus iwan Gehsteig rofflst.
Deis gheat si sou.
Wal wos wean si di Leit deinga, wenns gsegn, dassd ned Schneegschauflt host.
Dou nutzts nix, dass scha Neine ouft Nocht is.
Deis gheat si holt sou.
Und waun dea va da Gemeinde mit seim Schneeschuiba kimmt, kinna olle wieda va voan auffaunga.
Zan Roffln.

FROHE WEIHNACHTEN! Oder was Noah in einer Weihnachtsgeschichte zu suchen hat.

Saisonbedingte Floskeln und Grüße haben ja zurzeit Hochkonjunktur. Ich hab mich da nicht ausgenommen und bin da ein wenig kryptisch an die Sache herangegangen. Die KI hat mir da flott ein Bildchen gezimmert, ohne Christkinder, Tannen, Keksen oder heiligen Kläusen. Und dann kribbelte es auch schon in meiner weihnachtlichen und auch weinnachtlichen Denkstube. Was könnte man mit dieser schönen Schreibmaschine wohl so an Geschichten schreiben? Gleich mal die KI nach Wörtern befragen, die da aus dem alten Vehikel purzeln könnten – aber wenn die mir „Weide“ oder „hetzen“ vorschlägt, fühlt man sich als Schreiberling ein wenig wenig ernst genommen. Denn „D“ oder „Z“ hat die weihnachtliche Schreibmaschine nämlich nicht im Angebot. Auch kein „G“ oder „B“…
Also selber ans Werk!
Es war dann schon sehr sehr viel heute, als mir folgende Geschichte, die nur aus den – an freundlicherweise die werte Leserschaft gerichteten – Buchstaben besteht:
FROHE WEIHNACHTEN!

Erwache, Noah!

Hohe Not, Noah!
China-Heroin weicht Hirne – Hafenhirten wachen nicht!
Freche Fracht fahrt fern!
Arche Ahoi! Ohne Noah!

Ratten thronen einfach an offenen Toren.
Ein froher Hahn tritt eine feine Henne. Er hofft: Notwehr!
Weinrote Ente Erna wartet froh auf Tenor Erich. Ratte Heino weint.
Einhorn Anita ehrt Ahorn, Eichen, Tannen. Fichten nicht.
Irre Orca hechten hinter Rochen her.
Eine Reihe Rehe entert hinten ein Weinhort, entweihen Hinterhof.
Chaoten!

Arche fern.
Tiere wirr.
Noah unfroh.

In neonrot weht „Cafe Fernweh!“ an Hafen-Toren.
„Wirtin! Tore hochfahren!“
Hinein.
Acht Wiener Harfen wiehern: Hoher Ton, hoher Ton, hoher Ton. Note an Note.
Ah! Ohrenweh!
Noah wittert Rache.
„Arche-Einwohner, entehrt nicht hehre Werte! Wehe, wenn ich…!“
Noah wirft Hanf ein, auch Tonnen an Hefentee.
Nie nacheifern! Noah unfit.

Hoheit hin. Hierarchie ohne Wert.
Rohheit trieft. Frohheit ohne Anrecht.
Oh Noah!
Arche in Fahrt. Ohne Noah!
Tiere in Anarchie. Ohne Ehr‘!
Noah in Trance. Ohne Hirn!

Noah, erwache!