Ei ist Zeit.

Bald ist Ostern. Und alle scheinen nur eines im Kopf zu haben: Eier. Gefärbt, gekratzt, ausgeblasen oder verbacken, verkocht oder gegrillt. Das Faszinosum Ei treibt alljährlich sonderbare Blüten. Hier habe ich einige aus dem heurigen Jahr zusammengesucht.

Ostern klopft an die Tür und unweigerlich beginnt auch überall der Wettbewerb, wer denn das größte Ei hat. Hier im Bild sehen wir einen der aktuellen Favoriten.

Vorne mit dabei, wenn’s um geschmackvolle Deko geht: Die Cineasten. Hier ein – unschwer erkennbar – Fan der James-Bond-Serie.

Dass derlei Eier nicht einfach im Supermarkt um die Ecke oder beim Bauern nebenan zu holen sind, ist auch klar. Die Frage, woher man derart große Eier bekommt, ist aber einfach beantwortet: Es gibt dafür eigene Shops, die mit eigenen Zunftzeichen auf sich aufmerksam machen.

Dort findet sich für jeden Lebensbereich das passende Ei. Sogar die Gartenmöbelbranche ist beim lukrativen Eiertrend aufgesprungen. So kann man auch seinen (Vor-)Garten formschön in Szene setzen.

Aber, wie könnte es anders sein, es gibt, wie bei allen Trends, natürlich auch wiederum Leute, die dann doch ein bisschen übertreiben.

Wenn Naschen zum Verhängnis wird.

Abends, beim Fernschauen. Die Dame hat vom letzten Swedy abgebissen.
Abgebissen!
Sie hat es nicht auf einen Sitz verputzt.
Und jetzt liegt es neben mir.
Neben mir.
Keine 50cm von mir entfernt.
Ich darf es mir aber nicht schnappen.
Weil eine Sekunde später will sie es fertig essen.
Es liegt schon eine Stunde da.
Eine Stunde.
60 Minuten.
Mehr als 60 Minuten sogar.
Aber sie ist halt die Dame des Herzens.
Sie hat noch keines gehabt.
Ich schon.
Und sie spürt es, wenn ich das Ding verdrücke.
Genau in der Sekunde fordert sie den Rest ein.
Und dann bin ich wieder der Frissling.
Der ich eh immer bin.
Aber ich bleibe stark.
Noch.
Sie hat sich jetzt Gummibärchen geschnappt.
Da kann ich bissi mitnaschen.
Das verschafft mir ein wenig Zeit.
Das halberte Swedy scheint mir zuzuwinken.
Hmmmpf.
.
Der Stundenzeiger hat ein weiteres Ründchen gedreht.
Ich gehe aufs Ganze und ringe mich zur Frage durch: „Magst noch das restliche Swedy?“
Sie brummelt ein schlaftrunkenes „Nein“. aus der Fernsehdecke hervor.
In Sekundenbruchteilen stülpe ich mich über den kleinen Fettziegelrest und mümmle ihn genussvoll runter.
Ihr „Vielleicht später.“ erreicht mein Trommelfell zum selben Zeitpunkt, an dem der feine Swedyrest der Speiseröhre entschwunden war.

Der Bählauch

Der Läuche gibt es sonder Zahl,
verfeinern auch so manches Mahl.

Nun, der Namensstammesvater
macht auf’ Gaumen kein Theater.

Der Schnitt, der ist da sorgenfrei
auf Supp‘, Salat und Brot dabei.

Der Knob, je nach Rezeptes Wille,
kann scharf und auch Vanille.

Der Bär, der grad so eifrig blüht
ist der, mit dem die Nas‘ sich müht.

Doch nicht nur die, das feine Aug’
sieht in dessen Überall kein’ Taug.

Pesto, Suppe, Knödel, Tascherl,
überall ist er das Mascherl.



Denn kaum frühlingt es im Garten,
bärt es auf den Speisekarten.

Wohin man schaut, es tut fast weh,
mir ist er nicht Bär, mir ist er bäh.