duft-déjà-vu

und nasen haben doch ein erinnerungsvermögen.
sogar ein sehr gutes, wie mir soeben wiederfuhr.
am gang war’s, da schlupfte eine duftmelange
durch meine nasenhöhlen und hatte mich für einen
moment in ihren bann genommen, gefesselt und
irgendwie verwirrt – einen augenblick lang war ich
wo anders. der duft nämlich, wenn ich seinerzeit
morgens in den kindergarten kam, wahrscheinlich
eine mischung aus dem parfüm der kindergartentante,
der frischen luft der glüfteten zimmer, der spielzeuge
und der blumen, der ausdünstungen des linoleumbodens
und der ölheizung, der malfarben und unsrer hauspatschen.
irgendwie schön, so eine unvermittelt angetretene olfaktorsiche
reise in die eigene vergangenheit.

putzwahn.

den bekomm ich gleich. zugegeben, ein
ordentlicher schreibtisch und ich haben
miteinander nix zu tun – da herrscht großes
chaos. immer. ist kein schöner anblick nicht,
aber ich komm mit den papierstapeldünen
gut zurecht und kann ihr hin und her wandern
noch halbwegs beeinflussen, das kuli-mikado
und diverse kleinteile haben keine fixe ordnung
aber gemahnen doch immer an irgendwelche
sternbilder. chaos eben.
aber wenn jemand mein chaos durch sein
chaos ersetzt und das durch einen geputzten
schreibtisch gerechtfertigt glaubt, der hat sich
getäuscht und mich verärgert. was heißt verärgert,
der macht mich wahnsinnig.
putzwahnsinnig.

knarzen

ich mag schöne worte. wie eben knarzen.
wörter, die wie eben jenes, das augen umschmeicheln
und die gehörgänge jubilieren lässt – was ja in diesem
fall ja fast schon ein muss ist, als eines aus der familie
der akkustisches beschreibenden wörter. und das schöne
dran ist ja, dass man sie selten zu lesen bekommt, selten,
aber dann umso mehr freude bereiten, wenn sie gar
unerwartet in einer zeile dem leser entgegen winken
und – endlich gelesen – ein leises erleichtertes seufzen
von sich geben. jaja, auch wörter können eitel sein.