Ein Brückchen zwischen „scheinbar“ und „anscheinend“. Nicht nur für Esel.

Anscheinend ist das mit „anscheinend“ und „scheinbar“ eh ganz einfach, scheinbar ist es aber doch anders – oder eben nicht.
Die Wörter „anscheinend“ und „scheinbar“ sorgen gern für Verwirrung. Wann verwendet man dieses, wann jenes.
Das Wörtchen „scheinbar“ tut nicht nur scheinbar anders, als es zu bedeuten vermitteln mag, es tut dies auch. Denn „scheinbar“ sagt aus, dass eine Sache den Anschein erweckt, es aber komplett anders ist.
Mit dem Wörtchen „anscheinend“ ist es ganz anders. Etwas erweckt einen gewissen Anschein, vermutlich ist es auch so. Sicher ist dies aber nicht. Also die Bedeutung ist schon dergestalt. Aber wenn etwas anscheinend kalt ist, eine Herdplatte zum Beispiel, kann diese aber auch heiß sein. Eine Methode aus der Esotherik, die in medizinischen Belangen nie hilft, bringt hier jedoch sofortigen Kenntnissgewinn: Handauflegen.
Aber wie merkt man sich, wann man „anscheinend“ oder „scheinbar“ zu verwenden hat?
Es ist ganz einfach.
Ich denke an eine Bar mit den Namen „Scheinbar“. Der Name lässt vermuten, dass der Inhaber im vorigen Berufsleben mal einen Frisiersalon mit einem ähnlich kreativen Namen hatte. Man könnte nun als Besonderheit der Bar den Umstand, dass man dort nicht mit Karte zahlen kann, vermuten. So nach dem Motto: Nur Cash is fesch! Es werden nur Scheine angenommen – drum der Name „Scheinbar“. Doch dem ist nicht so. Natürlich wird einem dort auch bargeldlos das Geld aus der Tasche gezogen.
Was aber dann noch offen bleibt, was ist jetzt aber das tatsächliche Geschäftsmodell der Bar, die sich ja so frech und verräterisch „Scheinbar“ nennt?


Jetzt neu: Dreh&Drink Shots

Dreh&Drink hat jetzt eine neue Innovation auf den Markt gebracht, die die Fans von früher ebenso wie die Kids von heute begeistern soll. Die Shots mit dem typischen Verschluss gibt‘s jetzt in allen gut sortierten Tankstellen & in ausgewählten Supermärkten. In der Testphase ist freilich nur eine Geschmacksrichtung verfügbar, bei Erfolg werden wohl recht rasch weitere dazukommen. Auf die ersten Erfahrungsberichte darf man gespannt sein.

Schau, schau, schau.

Von vielen unbeachtet stehen sie da, jeder Witterung trotzend, die Jahreszeiten stumm und stolz überdauernd. Sie sind allgegenwärtige Monumente der Jägerei, stolz und standhaft ragen sie da und dort dem Himmel entgegen, Lichtungen flankierend, weite Haine überwachend und Felder so wie Brachen stets im Blick habend: Die Jägersitze.

Die Einsamkeit ist ihr Metier. Nur wenig Zeit verbringen sie in Gesellschaft ihrer Herren. Und selbst dann ist ohrenbetäubende Stille das Mittel der Kommunikation. Lediglich dann, wenn dem Ansitzenden das Adrenalin das Herz in lichte Höhen schlagen lässt und sich Wald- oder Flurgetier in blanker Unvorsicht in Sichtweite zeigt, zerreißt ein Knall die selige Ruhe, die somit ein jähes Ende nimmt. Und meist ist es nicht nur die Ruhe, die sich im Moment verflüchtigt. Manchmal auch das eben noch im Fadenkreuz sich befindende Ziel der Hege und Pflege. Doch im besten Falle, wobei dies wiederum je nach Sichtweise grundverschieden sein kann, ist es auch von Zeit zu Zeit auch der Odem des Getiers, das sich auf die Flucht begibt und einen letzten Flügelschlag oder Hüpfer macht.

Aber auch in ihrer Einsamkeit sind sie sich ihrer Aufgabe bewusst und haben ein Auge auf das, was sich vor ihnen zuträgt. Man möge nicht glauben, was man da alles erleben kann. Vom heimtückischen Mord, über das nächtliche Verrücken von Rainsteinen bis hin zu zwischenmenschlichen Handlungen, die der Entstehung neuen Lebens zuträglich sind, ist dem Jägersitz nichts fremd. Erste Fahrversuche auf dem Feldweg – ob mit oder ohne Zustimmung ­– mit dem Auto der Mama sind da dabei. Oder auch routiniertere Fahrversuche mit dem eigenen, um den eigenen Führerschein nach einem Buschenschankbesuch nicht aufs Spiel zu setzen, selbst wenn dieser eh nicht mehr im eigenen Geldbörserl ist, weil man eben vor kurzem erst auf der Straße diesen „verloren“ hat. Weiters begegnen ihm einsame Seelen, die flinken oder lahmen Schrittes, un- oder bestockt respektlos entlangziehen, genauso wie verliebte Paare, die verstohlen oder nicht die Einsamkeit der Zweisamkeit suchen. Und da ist der Tierwelt munteres Treiben noch gar nicht erwähnt. Einem Jägersitz bleibt nichts verborgen, vieles, was niemand sehen sollte, bleibt ihm nicht erspart. Man könnte fast meinen, ein so ein Hochsitz könnte Bücher schreiben. Ja, er sollte es, müsste es sogar. Denn diese Geschichten würden Bände füllen und zuoberst auf den Bestsellerlisten über das weite Feld der Literatur blicken.

Doch, und da wird’s jetzt ernst, so ein Held am Feld ist nicht immerwährend. Aus Natur gebaut, in der Natur ebendieser ausgesetzt, wohnt ist ihm auch der natürliche Verfall inne. Und der zeigt sich, wenn man mal näher hinsieht. In der Jugend, ja da ist er vital und steckt alles weg. Doch die Zeit, sie fordert ihren Tribut. Ja, ein Jägersitz ist auch nur ein Mensch. Da stellt sich da und dort schon mal eine Schwäche ein. Da zwackt und dort zwickt’s, wenn der gut im Saft sich befindliche Heger und Pfleger in Personalunion die Sprossen hochsteigt.

Eine weitere Parallele tut sich auf, wenn es um die Späh- und Sehkraft geht. Diese wird eben mit den Jahren nun mal auch nicht besser. Grad als Hochsitz ist es von großer Wichtigkeit, das vor sich Liegende immer präzise in Augenschein zu nehmen. Doch leider, man kennt das ja. Irgendwann ist’s halt Zeit, die Eitelkeit hintan zu stellen und sich optische Sehbehelfe zu besorgen. Es hilft ja nix. Klar, erst will es sich so mancher nicht eingestehen. Was werden die Freunde sagen? Und wie schau ich damit aus? Da ist dann auch viel Schüchternheit und Unsicherheit im Spiel. Der Stolz der juvenilen Vollkommenheit – für immer dahin? Diesen inneren Kampf kämpfen anscheinend auch Jägersitze, was wohl auch mit ein Grund ist, warum bislang noch kein Exemplar in freier Wildbahn mit einer Brille angetroffen worden ist. Wohlgemerkt: Bislang. Denn meiner Geduld und hartnäckiger Unablässigkeit im Beobachten geschuldet, gelang es mir, erstmals in der Geschichte einen prächtigen Hochsitz beim Tragen seiner Spekuliereisen dokumentieren zu können. Ein Anblick, der seinesgleichen sucht, war mir einen erhabenen Moment lang gegönnt. Und der Beweis ist nun erbracht: Auch Hochsitze tragen gelegentlich Brille, wenn sie sich unbeobachtet wähnen.