augustin, gustl, kurti und co.

kennen sie gustl? oder seinen haberer kurti? aber sicher doch den augustin, wenn sie in wien wohnen. oder?
also der gustl ist der held einer comic-serie, die im augustin – österreichs erster obdachlosen-zeitung – erscheint. und das seit 10 jahren. der kurti ist übrigens der wirt von gustls stammlokal, das zwar montags zu hat und leider schon um 22 sperrstund´ hat, aber es kann den guten gustl nix davon abhalten, dem kurti in seiner wint´n zu besuchen. und dort wird dann philosophiert. übers leben. übers geld. über die arbeit. über die zeit. eigentlich über alles. und irgendwie prallen da 2 welten aufeinander. nur kracht´s dabei nie. natürlich kann der gustl nicht immer beim kurti sein: eh klar, freier montag und die frühen sperrstunden – da belibt noch viel zeit zum leben. und das ist für einen obdachlosen auch nicht unspannend. und wie´s der gustl hin nimmt, ist einerseits respekt abverlangend, andererseits denkt man sich sofort, uha, der hat´s nicht leicht und manchmal doch ein wenig leichter als unsereins, der nicht aus der der gesellschaft abgeschoben wird, denn der gustl hat schon auch eine eigene sicht der dinge. und die kiberer, na von denen gar nicht zu sprechen.
aber ich will mich jetzt nicht in details velieren, jedenfalls gibt´s jetzt die gesammelten comic-strips der letzten 10 jahre in einem sehr sehr feinem comic-heftl bei jedem augustin-verkäufer.
und soll, nein muss, auch gekauft werden. 4 euro, geh bitte, das ist es 100%ig wert und 2 euro sind für den kolporteur. na also.
ach ja, gezeichnet hat´s übrigens der thomas kriebaum und ausschauen tut´s so, das comic-heftl:

jahreswechsel 95/96

sachen gibt´s. silvester 95/96 war´s. hermagor, ca. 4uhr morgens. die 4 buben aus dem land der burgen sind schon schwer gezeichnet und wollen heim ins hotel, klar, die heimreise ist schlauerweis´ auf den 1. jänner avisiert. also sollte man, um eventunnele boxentstopps vorzubeugen, doch ein wenig fit sein. okok, es war schon ca. 4 uhr und das mit dem fit sein haben wir auch ein wenig falsch verstanden, aber egal. ein großraumtaxi steht vor dem alpenbauerndiskostadel und wir schwirren rein. drinnen sitzt schon einer, ebenfalls des feierns überdrüssig und heimkommwillig. wir 4, nicht fad, beginnen mit dem zu plaudern. und plaudern und plaudern – bis sich heraus stellt, dass der typ meinen hund (der liebe maxl, leider ist er nimmer, ein großer york-shire-terrier, ein wahnsinnslieber freund) kennt, also seinen vorbesitzer (ich hatte maxl quasi „second hand“ bekommen, weil sein frauerl und herrl nachwuchs erwarteten und wegen hundehaaren und hygiene und so haben die eben jemanden gesucht, der sich um den guten maxl kümmert) und über diesen eben den maxl. wir haben es gar nicht gepackt: mitten in der nacht, in hermagor, ziemlich dicht jemanden in einem sammeltaxi kennen lernen, der meinen hund kennt. ich hab die geschichte wahnsinnig gern erzählt, weil´s einfach faszinierend ist, über welche ecken sich menschen kennen und vielleicht auch verwand sein können. nun, die geschichte erzähl ich ab jetzt nimmer. zumindest so nicht mehr. denn am freitag bin ich mit einen arbeitskollegen ins plaudern gekommen, woher er, und woher ich komme, gemütliches geplauder eben, man kommt drauf, dass man zufällig die selben leute kennt … und plötzlich hab ich gewusst, wo er den jahreswechsel 95/96 verbraucht hat.