das schwimmwunder

wir wissen ja noch nicht, ob´s jetzt ein bub oder
ein mädel wird, aber ein weiß ich ganz genau,
unser kleines wird ein flinker schwimmer werden.
und wie.
haben doch unser mückelchen und die werdende
mami den werdenden vater beim schwimmen um
längen abgehängt.
ok, ich bin jetzt nicht unbedingt ein guter schwimmer,
kann mich aber überall dort wo ich im wasser sicher
stehen kann, mit schwimmähnlichen bewegungen
über wasser halten – und das mit zwei voneinander
unabhängigen antriebssystemen – den beinen und
armen.
aber dass mich die beiden so klar abgehängt haben,
dass hat mich einerseits ein wenig zurück geworfen,
andererseits hat´s mich gefreut, dass die werdende
mama mit dem mückelchen wunderbar zurecht kommt
und mückelchen sich wohl fühlt und das wasser
akzeptiert hat. und das ist gut zu wissen und beruhigend.
im übrigen kann ich werdenden eltern und solchen,
die es schon sind, die sonnentherme lutzmannsburg empfehlen.
da wird an alles gedacht – von massagen für schwangere
und kinderunterhaltung von vorn bis hinten – und den
ruhesuchenden sei der „silent dome“ empfohlen,
solange es noch geht – da ist weniger los und das wasser
wird nicht von den kids natürlich erwärmt, weil eintritt
erst ab 16.

(nasch)-termine

die schönsten sind dort,
wo die einem immer eine
schale mit naschereien
hinstellen und die mädels
sich nicht zugreifen trauen.
.
ein „endlich wird´s draussen
wieder warm“ reicht aus,
dass die sich in celluite- und
figurella-tipps verfransen
und die schale überhaupt
in ruhe lassen.

nudelsuppensuppennudeln, …

… industrielle, haben enorme angst, ihrem
eigentlichem zwecke zugeführt zu werden.
oder warum rutschen die immer gruppenweise
vom schöpflöffel zurück in den suppentopf und
hernach, wenn man sie unter zuhilfenahme
einer gabel in den suppenteller verfrachtet
hat, vom suppenlöffel platschend zurück in
den suppenteller – wiederum im gemeinsamen
verband als suppennudelgruppe?

ein mensch …

… den ich sehr schätze verstarb heute auf den tag genau vor 30 jahren.
ein mensch – eugen roth.
kaum jemand hat´s geschafft, seinen namen mit 2 worten derart
zwingend zu verbinden und mit ihnen vorangestellt, soviel wahrheit
und beobachtungsgabe der menschlichen sehle, ihrer sorgen und
freuden, ihrer tugenden und untiefen in schöne, lustige und traurige
gedichte zu verpacken.
ein mensch – so fangen sie alle an, die gedichte , die ich vor x jahren
zuhaus in einem buch im papas bücherschrank fand und ich las sie
immer wieder. weil sie einfach fesselnd waren, in ihren schlauen
geschichten, der geballten wahrheit über das mensch sein und ab
und zu auch das unmenschlich sein.
ein mensch – nein, es sind viele, die er da da beschreibt und doch
findet man sich da und dort selbst wieder und muss sich eingestehen,
dass man erkannt, aufgedeckt wurde, eben auch einer (oder immer der
selbe) ist, den roth mit der spitzen feder beschrieb – ein mensch halt.
ich könnt jetzt hier dutzende gedichte reinstellen, aber ich nehm mir
zwei raus , das eine, das für mich eines der perfektesten ist und mir
immer wieder die gänsehaut über den rücken jagt, weils eben so
gut geschrieben ist und unsren focus immer wieder in frage stellt.
und das zweite, weil ichs immer viel zu wenig beherzige,

Die Meister
Ein Mensch sitzt da, ein schläfrig trüber,
ein and`rer döst ihm gegenüber.
Sie reden nichts, sie stieren stumm.
Mein Gott, denkst du sind die zwei dumm!
Der eine brummt, wie nebenbei,
ganz langsam: Tc6-c2.
Der and`re wird allmählich wach –
und knurrt: Da3-g3, Schach!
Der erste, weiter nicht erregt,
starrt vor sich hin und überlegt.
Dann plötzlich vor Erstaunen platt,
seufzt er ein einzig Wörtlein: Matt!
Und die du hieltst für nied`re Geister,
erkennst du jetzt als hohe Meister!


Einfache Sache
Ein Mensch drückt gegen eine Türe,
wild stemmt er sich, daß sie sich rühre!
Die schwere Türe, erzgegossen,
bleibt ungerührt und fest verschlossen.
Ein Unmensch, sonst gewiß nicht klug,
versuchts ganz einfach jetzt mit Zug.
Und schau! (Der Mensch steht ganz betroffen)
Schon ist die schwere Türe offen!
So geht’s auch sonst in vielen Stücken:
Dort, wo’s zu ziehen gilt, hilft kein Drücken!