ich will meinen seeger.

gestern hab ich mir mal erlaubt, meine damen zwecks
wm-guckens alleine zu lassen – keine sorge, das handtelefon
war mit dabei und blieb stumm, die beiden hattens also
gut und waren auch ganz friedlich schlafend als ich dann
heim kam.
ein wenig weniger friedlich war ich ob des kommentars auf
premiere – der herr von und zu thun und taxis war unter jeder
kritik. ohne charme, trocken wie die sahara und sowas von
brasilianisch eingestellt und trotzdem das opportunistentürl
sich offen haltend sprach er den kroaten jegliche fußballer-
qualitäten ab, als ob da irgendeine hundtruppe gegen die
schwachen wm-favoriten (für mich sind sie´s ja nicht, weil
sie meiner meinung einfach überschätzt werden, ich drück
den schweitzern die daumen, die gestern den stolzen
franzosen ein torloses remis abgetrotzt haben und dabei
gar nicht so schlecht ausgesehen haben. mein geheimtipp
ist ja die schweiz – zumindest halbfinale trau ich denen
schon zu) auf dem platz stand.
in der pause und zwischen den spielen gab´s balsam für
die preussisch-verseuchten ohren – mit analysen und schlauen
worten von paul glodovatz, seines zeichens seit jahren
trainer der österreichischen u19 nationalmanschaft, die immer
wieder international aufzeigt. der mann versteht sein geschäft.
dass er selbst burgenländischer kroate ist hat der stimmung
vor der großleinwand absolut gut getan, denn die war nicht
schlechter als kroatischen sektor direkt vor ort.
so sehr auch auf den kommentar der österreichischen
sportreporter auch geschimpft wird – seeger und prüller werden
da immer wieder gern verbalverprügelt – so sehr merkt man
erst was man an denen hat, wenn man dem herrn von und zu
thun und taxis zuhört. ich werd´ mir die nächsten spiele, wenn
überhaupt, wieder auf orf ansehen.

der max.
am montag abend war ich bei freunden um auf die
geburt unseres kleinen sonnenscheins anzustoßen.
als ich dann nach schon ein wenig illuminiert auf den
bus wartete, fiel mir auf, dass die zweite buslinie, die
auch an der selben station hält, ganz in der nähe meiner
wohnung eine station hat und diese heimwegvariante
mir ein mal umsteigen ersparen würde.
warum nicht dachte ich, das kann so schlecht nicht sein.
ok, es war windig, es war kalt, ich saumüde und warten
musste ich auch so circa 20 minuten.
aber dann kam der „neue“ bus, ich hüpf rein und schon
gings ab – sogar in die richtige richtung. nur, leider war
da die busendstation. und der fahrer warf mich komischerweis
einfach raus. verdattert sah ich vor dem endstationsbus
einen weiteren bus der selben linie stehen, startbereit.
ich bin also in den rein und schon gings los – in die falsche
richtung. tja, irgendwie muss ich mich da ordentlich verlesen
haben, es waren mir ja gleich 2 ausstiegsoptionen aus der
neuen heimfahrtsroute sympathisch gewesen, nicht aber die
richtung, in die ich unterwegs war. bis zur nächsten haltestelle
wars dann ein ordentliches stück. und der regen, die
müdigkeit, der wind, die kälte waren auch hier vorherrschend.
ein taxi, ein königreich für ein taxi.
klar, dass keines kam. also den jackenkragen aufstellen und
richtung heimat gehen. es hat ein weilchen gedauert, bis ich
wieder dort war, wo ich die busse gewechselt hab. und, so
spielt das leben, da gab´s auch eine haltestelle der buslinie,
ich ich sonst immer nahm. also hieß es wieder warten.
und dann kam max. der wollte zur nächsten u-bahn-station,
kam aus polen, sprach perfekt english, studiert in wien und
will opernsänger werden. die plauderei mit ihn war recht
angenehm und gern hätt´ ich ihn noch auf ein großes
vaterfeierbier eingeladen – aber leider hat er´s eilig gehabt.
aber ich bin mir irgendwie sicher, dass aus dem typen was
wird, wollen wir uns mal den namen „max maczek“ merken.
ich denk, begegnungen an einem so besonderen tag stehen
unter einem guten stern.