gestatten, margarethe.

wenn schon kein kaltes wasser,
dann wenigstens kalte füße und
ein kühler kopf, kastanienbraune
augen und ein scharfes mundwerk.
margarethe I
der gute willi, dieser schlingel, ich
mein, die ähnlichkeit ist unverkennbar.
da hat der damals also noch auf
seine alten tage …
gut, wir nehmen das mädl in pflege.
wer kann bei dem wetter schon ein
armes mädl verstossen? eben.
außerdem ist da wer, der die kleine
margarethe soooo gerne adoptieren
möchte.
margarethe II

„minna minna?“

gestern nachmittag, die juli ist mit ihrer minigießkanne unterwegs,
in der es ein wenig rappelt. kaum ist die abgestellt, kontrolliert und
entsorgt papa den inhalt – 2 dürre, längst eingetrocknete scheiben wurst.
die kanne kam wieder an ihren platz und nur minuten später, der griff
zur kanne und ein lautes, entsetztes „minna minna*?“ durchflutet das zimmer.
* „minna minna!“ ist übrigens der schlachtruf, wenn´s ums essen geht.

würschtl&julietta

„weiche!“. mit einem geschältem frankfurter bewaffnet
tritt sie ihrem kontrahenten entgegen. regungslos trotzt
er ihrem bösen blick. nein, er will den weg nicht freigeben.
stramm stell er sich ihr in den weg, nicht ahnend, was sich
in den nächsten sekunden an dramatischen szenen hier
abspielen wird. ihre warnungen finden keinen zuhörer,
es gibt kein entrinnen, nein, es kann nur eine lösung geben:
es kommt unweigerlich zum duell.
und die wurst, zigarrengleich, in den mundwinkel, um die
beiden händchen für den transport des sich ihr in den weg
stellenden korbsesselchens frei zu haben.