platter, schäuble usw.

angst macht angst vor den ängstigen.
„Aber schließlich sind es die Führer eines Landes, die die Politik
bestimmen, und es ist immer leicht, das Volk zum Mitmachen zu
bringen, ob es sich nun um eine Demokratie, eine faschistische
Diktatur, um ein Parlament oder eine kommunistische Diktatur handelt.
… das Volk kann mit oder ohne Stimmrecht immer dazu gebracht
werden, den Befehlen der Führer zu folgen. Das ist ganz einfach. Man braucht nichts zu tun, als dem Volk zu sagen, es würde angegriffen, und den Pazifisten ihren Mangel an Patriotismus vorzuwerfen und zu behaupten, sie brächten das Land in Gefahr. Diese Methode funktioniert in jedem Land.“

– Hermann Göring
Aus: Nürnberger Tagebuch / von G.M. Gilbert. Ehemaliger
Gerichts-Psychologe beim Nürnberger Prozess gegen die
Hauptkriegsverbrecher. S. 270. Aus dem Amerikanischen übertragen von
Margaret Carroux – Fischer: Frankfurt a.M., 1962. – 455 S.
eigentlich via <pappnase>

neue wiener linien linie.

seit wenigen tagen ist bei den wiener linien
ein neuer, frischer, ja sogar service-orientierter
wind zu spüren.
in den u-bahn-zügen gibts neuerdings von einem
kind gesprochene durchsagen, die den fahrgast
bitten, die zeitung bitte mitzunehmen und nicht
am platz liegen zu lassen – was vielleicht künftig
der eine oder andere beherzigt, denn ab und zu
war der eine oder andere u-bahn-zug ein fahrender
altpapier-container.
im anschluss an die stations-ansagen kommt jetzt
noch ein hinweis, auf welcher wagenseite der ausstieg
in der nächsten station sei – was den sehbehinderten
fahrgästen sicher hilfreich sein kann.
und noch was gibts an neuem – die ach so hübschen,
persiflierten und oft fotografierten sticker über den
sitzplätzen, die für ältere personen, menschen mit
körperlicher behinderung, blinde und werdende
mütter reserviert sind, haben ein schwesterchen
bekommen, auf dem die abgebildeten personen
in vertauschten rollen auftauchen – scheinbar aus
übertriebener politic-correctness geboren.
bus.
also ich finds verzichtbar.

frühaufstehkaffee

wecker rappelt.
abdrücken.
busserl verteilen.
raus aus den federn.
rasch duschen.
leise föhnen.
in schale werfen.
kaffeemaschine öffnen.
filter suchen.
filter platzieren.
wasser einfüllen.
kanne drunter stellen.
knopf drücken.
zeitung holen.
aufdecken:
butter und marmelade.
häfel und teller.
löffel und messer.
mädels begrüßen.
gefiltertes heißwasser wegleeren.
milch trinken.
marmeladetoast essen.
verabschiedungsbusserln.

anruf genügt.

so leicht hab ich mir das wohl nicht vorgestellt.
anruf bei der service-hotline, keine 3min später
ist auch schon so ein call-center-wastl am rohr
und erklärt mir, dass das überhaupt kein problem
nicht sei. er braucht lediglich handynummer
und kundenkennwort und schon ist die sache
geritzt.
ich hab damit gerechnet, dass ich unter vorzeigung
von pass, dem letzten lungenröntgen und der
nennung meiner lieblingsfarbe keine chance habe.
aber ok, wenn man die bald 10 jahre alten handy-
dokumente zuhaus im elternhaus hortet, dann
muss man auch mal in den sauren apfel beißen,
zumal der spaß natürlich auch deppensteuer kostet:
5 euro. dafür hab ich jetzt auch pin2 und puk2
notiert. ich weiß zwar nicht wofür die da sind, aber
haben ist besser als nicht haben.
und jetzt kann mich endlich wieder niemand anrufen.
war zwar gestern und vorgestern auch so, aber
ich hab´s ja nicht gewußt, dass mein handy nicht
bimmelt.