herumgeeiere

eier.
klingt einfach.
ist es auch.
das einzig wahre gericht, in dem eier die hauptrolle spielen und nicht als garnitur für einen salat oder als eiklarglasur für blätterteig dienen, ist:
die eierspeis.
einst ein klassiker, wenn sich die „partie“ samstag spät nachts, oder eher sonntags früh morgens zum heimgehen entschlossen hat und sich dann doch dafür entschied, eine „oaspeis“ zu machen. dann wurde eines mutters küche geentert, der kühlschrank und die speis´ nach eiern, zwiebel oder schalotten, speck, paprika, salz, pfeffer – viel pfeffer – käse, brot und schmalz – schweineschmalz! – durchforstet und die beute auf den küchentisch verfrachtet. die größte pfanne des hauses bekam dann sofort einen ordentlichen patzen schweineschmalz und wurde gleich mal auf großer flamme heiß gemacht. die am wenigsten illuminierten durften sich mit den küchenmessern um die zutaten kümmern und diese in kleine, weniger kleine und manchmal auch zu große stücke zu teilen. zwischenduch pflopte es einige male, wenn die kiste bier des jeweiligen vaters zu offensichtlich in der speis herumstand – manchmal wurde auch der eine oder andere doppler oder – haha – somanche bouteille entkorkt, notfalls mit der polster-methode, bei der man einen poster gegen die wand hält und mit dem flaschenboden gegen polster und wand schläg, was meistens den korken dazu überredet hat, sich schlag für schlag aus dem flaschenhals zu bewegen, den letzten halben zentimeter hat man schlauerweis per hand erledigt, es gibt aber auch die recht unelegante aber schlussendlich doch auch zweckdienliche variante des „korken-rein-drückens“ – da pflupt halt ein wenig vom blaufränker oder welschriesling auf den küchenboden.
die geschickteren haben sich derweil um die eier gekümmert und fein säuberlich – fast wie´s der fernsehkoch konnte – in die erstbeste schüssel gehauen und mit einer gabel versprudelt, wobei es da wieder verschiedene auffassungen gab – vom zart versprudeln, dass man eine schöne marmorierung von eiklar und eigelb erhält, bis hin zur vollständig versprudelten, sämigen, ja fast schon zartschaumigen konstistenz – im grunde war´s ja allen egal. brot, das darf nicht fehlen – schnell ein kreuz am brotrücken geritzt und aufgeschnitten. ganz wichtig war´s da, schnell zu sein, denn ein wecken hat eben nur 2 scherzel, leider.
wenn´s schmalz zum blasenwerfen beginnt, hieß es dann, den zwiebel reingeben. ha, das zischen hat die vorfreude in luftige höh´ katapultiert und zum „z´samm z´samm z´samm. prooooooohhooooost!“ motiviert. spätestens dann war´s für die mutter des hauses klar, dass das heute mit den wiener schnitzel wohl nix wird – rein parniertechnisch gesehen.
speck anbrutzeln, eier rein, paprika dazu, den käse zum schluss. salz, ruhig ein bisschen mehr und mit pfeffer schlussendlich ein wenig abschmecken, oder besser gesagt gut einschwärzen.
hat jeder eine gabel? passt! untersetzer her, neues bier oder die römer voll machen und dann die pfanne in die tischmitte balancieren. die erfindung der pfanne mit boardwänden hätte uns damals sehr sehr geholfen, denn die augen waren immer größer als die pfanne.
irgendwann nickten dann die ersten ein, das zweite wecken wurde angeschnitten, das dritte bier längst leer und das vierte scherzel wieder sauschnell vergriffen. sechs uhr war´s dann auch meist schon und der heimweg wurde dann doch endlich angetreten. die jeweilige dame des hauses, die mittlerweile, fürsorglich wie man halt dann doch ist, in der küche nachschaute, ob eh alles in ordnung ist, bereute es spätestens dann, wenn sich die eingefallene horde höflich mit schmatz verabschiedete und in der küche meist eine ordentliche „baustelle“ hinterlassen hat.
na jedenfalls, so war das halt damals. heute ist eine eierspeis bei mir eher die seltenheit und „normales“ abendessen. aber wenn, dann muss sie aber auch alle stückeln spielen wie früher – mit dem kleinen aber feinen unterschied, dass kurz vor dem servieren, noch ein schuss kürbiskernöl in die eierspeis kommt. dass färbt die sache schön grünlich, lässt sie himmlisch nussig riechen und verleiht dem kraftessen die perfekte geschmackliche note.

kaltwarm

eigentlich ist´s unlogisch, aber ich befüll´ den wasserkocher immer mit kaltem wasser, statt mit warmen.
ich mag kein warmes wasser – maximal beim geschirrabwaschen, aber wenn´s ums trinken geht, da muss das wasser kalt sein, auch für heißen tee.

briiiinzl

fensterbrett, kühlschrank und kleiderständer. die drei haben sich gegen mich verschworen und lassen mich immer wieder spüren, wie lustig die entladung statischer aufladung denn nicht ist.
na gut, irgendwie ist´s wohl eine frage der perspektive. seinerzeit in der schule haben wir eine menschliche kette gebildet und sind meterweit über den linoleumboden gerutscht. dann hat einer der äußeren dem nächstbesten mit flinserl eben auf dieses geschnipst – tjaja, das war erst ein richtiges „briiiinzl“.

augustin, gustl, kurti und co.

kennen sie gustl? oder seinen haberer kurti? aber sicher doch den augustin, wenn sie in wien wohnen. oder?
also der gustl ist der held einer comic-serie, die im augustin – österreichs erster obdachlosen-zeitung – erscheint. und das seit 10 jahren. der kurti ist übrigens der wirt von gustls stammlokal, das zwar montags zu hat und leider schon um 22 sperrstund´ hat, aber es kann den guten gustl nix davon abhalten, dem kurti in seiner wint´n zu besuchen. und dort wird dann philosophiert. übers leben. übers geld. über die arbeit. über die zeit. eigentlich über alles. und irgendwie prallen da 2 welten aufeinander. nur kracht´s dabei nie. natürlich kann der gustl nicht immer beim kurti sein: eh klar, freier montag und die frühen sperrstunden – da belibt noch viel zeit zum leben. und das ist für einen obdachlosen auch nicht unspannend. und wie´s der gustl hin nimmt, ist einerseits respekt abverlangend, andererseits denkt man sich sofort, uha, der hat´s nicht leicht und manchmal doch ein wenig leichter als unsereins, der nicht aus der der gesellschaft abgeschoben wird, denn der gustl hat schon auch eine eigene sicht der dinge. und die kiberer, na von denen gar nicht zu sprechen.
aber ich will mich jetzt nicht in details velieren, jedenfalls gibt´s jetzt die gesammelten comic-strips der letzten 10 jahre in einem sehr sehr feinem comic-heftl bei jedem augustin-verkäufer.
und soll, nein muss, auch gekauft werden. 4 euro, geh bitte, das ist es 100%ig wert und 2 euro sind für den kolporteur. na also.
ach ja, gezeichnet hat´s übrigens der thomas kriebaum und ausschauen tut´s so, das comic-heftl: