Warum das Leben eine Gratwanderung ist.

Gleich mal vorweg: Ich weiß es nicht.
Aber dass es so ist, ist klar. Ich ertappe mich nämlich immer wieder in Gedankenspielereien mit dem Schmetterlingseffekt. Was wäre gewesen, wenn ich damals die gefrorene Mandarine nicht vom Schulhof in die Klasse über dem Lehrerzimmer hätte werfen wollen? Ich hätte wohl nicht die Fensterscheibe durchgepfeffert und sämtlichen Lehrern mit einem Schlag zu einem erhöhten Pulsschlag verholfen. Auch wär‘ mir dann die Strafe erspart geblieben, die beinhaltete, dass ich ein Referat über die Zeit von ’38 bis ’45 halten musste – mit Augenmerk auf das Leben an der Schule, auf der ich zu dem Zeitpunkt war.
Mich hat das Referat geprägt. Es kam genau zur richtigen Zeit wie ein riesiger Punzierstempel auf mich herab und gab mir eine Richtung. Die richtige Richtung. Wer weiß, wohin ich später mal abgebogen wäre. Ich getrau mich nämlich nicht zu behaupten, dass ich damals humanistisch schon so gefestigt war, rechtem Gedankengut zu widerstehen. Das blühte damals nämlich, 1988. Lang halte ich es nicht aus, drüber nachzudenken. Aber es zeigt mir, dass kleine Augenblicke über das Leben eines Menschen entscheiden können.
Oder damals, als ich in Pesaro als Nichtschwimmer unbedingt auf die Sandbank rauswollte, auf der meine Freunde alle waren. Ich schaffte es raus. Und rein kam ich nur, weil mich ein Kumpel grad noch an den Haaren packen konnte. Den Gedanken weiter denken macht auch keinen Spaß nicht.
Anders der Moment in dieser Mittagspause, wo ich die Idee zu [*.txt] bei NeonWilderness las und mich anmeldete. Zehn Sekunden später und ich hätt‘ mich wieder in die Arbeit gestürzt und hätt‘ davon nix mitbekommen.
Gratwanderungen.
Es sind sogar mehrere Gratwanderungen, die man im Leben beschreitet. Wie die Erzählstränge in den Vorabendserien. Nur multipliziert und potenziert um die Augenblicke die man schon auf dem Erdenrund wandelt. Manche Grate gleichen sich vielleicht aus. Heben sich auf. Haben Wechselwirkungen. Aber eines ist klar: Jedes Atmen ist eine Gratwanderung. Jeder Tastendruck auf dem Keyboard vor mir. Jeder Tippfelher. Und jedes Wort, das mir unfallfrei aus den Fingern rinnt.
Aber ich liebe diese Gratwanderungen. Jede ist ein Flügelschlag eines Schmetterlings. Und wer mag sie nicht, die Falter, die bunte Spuren ins Leben zeichnen. Als lebende Gratwanderungsgeneratoren.

Es sind nicht Religionen, die Menschen töten. Es sind Menschen, die Menschen töten.

Grad heute ist lassen sich wieder viele dazu verleiten, auf den Islam zu zeigen und Muslimen einen Terroranschlag umzuhängen, den (islamistische) Fanatiker verübt haben. Und dann wird gleich munter gegen Religionen im allgemeinen hergezogen und geschimpft und ausgehauen. Oder der Islam als das Böse schlechthin hingestellt. Und das in fast schon fanatischer Manier. Und da schließt sich der Kreis (fast).

Die fällige Freitagstexter-Prämierung.

Freitagstexterlogo
Unter Trommelwirbel darf ich heute den nächsten Veranstalter des beliebten Freitagstextens bekannt geben. Beiträge gab es ja viele – und das, obwohl der Twoday-Server doch geraume Zeit am Tropf hing.
Also schritt ich heute morgen um 0 Uhr (ist jetzt zwar gelogen, mehrfach sogar, aber ich schreib’s halt mal, weil’s gut klingt, da ich ja um diese Zeit schon am Polster lauschte, also war da nix mit schreiten, es sei denn, ich schlafwandle, aber dieser Umstand wäre mir nicht bekannt) mit mir selber in Klausur und beratschlug mich selber. Da ich aber sehr wehleidig bin und Gewalt nicht ausstehen kann, schlug ich nicht zurück, sondern versuchte zu argumentieren. Was um diese Zeit recht schwierig ist, zumal ich ja – wie ich oben schon schrub – schlief. Und wenn ich im Schlaf rede, was selten vorkommt, hab ich auch gleich eine Rüge von Frau Boomerang am Hals. Im schlafwandelnden (also im übertragenen Sinn) Flüsterton fiel dann die Entscheidung nach langem hin- und herwälzen meiner doch mittlerweile schon beträchtlich gewordenen Wenigkeit.
Und – stellen Sie sich jetzt bitte einen Trommelwirbel vor, so einen, wie Sie ihn bei ihrem letzten Zirkus-Besuch gehört haben, bzw., falls Sie ihn vergessen haben sollten, oder noch nie in einem Zirkus gewesen sind, gehört haben könnten – se negst Freitagstexter is, der schon vorab mehrfach mit dem Publikumspreis bedachte Vielfrass.
Der Freitagstexterbildtext: „Bei türkischem Honig hilft nicht mal Dental Floss Extra Stark.“
war nicht nur der schnellste Beitrag, sondern für mich auch der würdigste.
Herzliche Gratulation von meiner Seite!
Ich freu mich schon auf Freitag und ein würdiges Bild zum befreitagstexten.

Bürowandindividualisierung

Vor Jahren hat mal ein Werbewunderwuzzi aus Deutschland Blogs als die Klowände des Internets abgekanzelt. Wahrscheinlich bloggt er jetzt eh auch selber. Aber egal.
Viel wichtiger sind mir da Bürowände. Die dürfen nicht kahl sein. Kahle Bürowände sind so kahl wie die Seelen der dort arbeitenden Menschen. Mein schmales Bürowändchen, das schaut so aus.
Bürowandindividualisierung
Wie schaut eure aus?

Es darf wieder gefreitagtextert werden. Hereinspaziert & mitgemacht!

Freitagstexterlogo
So. Der Vielfrass ist also der Meinung, dass ich wieder an der Reihe wäre. Gut. Ok. Meinetwegen. Die Spielregeln sind also schon bekannt. Also braucht’s noch ein Bild. Und dann kann’s los gehen, mit der Freitagstexterei.
Diesmal hab ich den Zufallsgenerator als unabhängiges Waisenkind engagiert, welches mir Heidi-Klum-like dieses Foto überreichte:
DasFreitagstexterbildchen
Genau so hab ich auch geschaut, keine Sorge.
Ich muss allerdings nix dazu schreiben. Sie schon.
Hehe.
Also viel Spaß beim finden der passenden Worte. Am Dienstag ist Einsendeschluss und ich freu mich schon riesig auf die Beiträge.
Gutes Gelingen, Möge die Übung gelingen und Toi Toi Toi.

Die Kurze-Freude.

Die Kurze. Die wächst und gedeiht.
Ist ja auch schon halb neun.
Aber sie lässt mein Herz immer noch hüpfen.
Manchmal vor Freude.
Manchmal so, dass man aus der Haut fahren will.
Sie ist Lebensfreude auf 2 Beinen.
Sie lebt, genießt jede Sekunde und kitzelt aus jedem Moment den Spaß heraus.
Irgendwann hat man das als Erwachsener verlernt.
Er hat wohl Recht, der gute Calvin:
„Becoming an adult is probably the dumbest thing you could ever do!“