Es ist schon ein Phänomen, dass immer wieder Freitags Fotos in der Blogsphere (kennt den Begriff überhaupt noch jemand?) auftauchen, die bislang ihr Leben ohne Namen fristen mussten. Dem haben sich die Freitagstexter_Innen angenommen und sorgen schon seit mehr als einer Dekade dafür, dass eben jene Pixelhaufen auch benamst werden. In Form von Gedichten, treffenden Zitaten, Romanen, Liedtexten oder auch treffenden One-word-wondern.
Die gute Oecherin hat mir letztens, nach erfolgreicher Erledigung einer solchen Fotobenamsung in ihrem Blog, die Aufgabe überantwortet, meinerseits ein Foto aus meiner Fotokiste zu kramen und der Befreitagstexterung freizugeben.
Dies soll hiermit geschehen:
Die Regeln sind einfach: Wer ein Blog hat, dies regelmäßig befüttert kann einfach einen Kommentar mit einem Bildtextvorschlag schreiben und schwupps hat man teilgenommen. Bis nächsten Dienstag Mitternacht ist dafür Zeit. Ich geb am drauffolgenden Mittwoch bekannt, welcher Kommentar mir am besten gefallen hat & wer somit am nächsten Freitag ein Foto zur Freitagstexterbetextung bloggen soll.
Also Schluss mit Ostereiersuche, dies Foto braucht einen Text! Ich freu mich schon auf Kommentare.
Gestern hab ich einen Schrieb von der MA62 bekommen. Ich wäre noch in der alten Wohnung gemeldet. Die neuen Mieter hätten sich beschwert, dass – laut Melderegister – jemand in deren Wohnung wohnhaft sei, der es aber nicht ist. Was eben der Anlass für das Schreiben der Magistratsstelle war. Ich dachte erst an einen Scherz beim Überfliegen der Zeilen, aber als mir dann in Aussicht gestellt wurde, €726,– Strafe zahlen zu müssen, ist mir dann doch das G’impfte aufgegangen. Zumal ich mich damals ordnungsgemäß mit meiner Dame abgemeldet und in der neuen Wohnung angemeldet hab. Bei ihr hat’s geklappt, bei mir muss in der MA62 wohl wer einen schlechten Tag erwischt haben – irgendwann im 2003er-Jahr.
Mittwoch ist Tag der Freitagstexterpreisverleihung. Es waren diesmal drei Einsendungen – nicht besonders viel, aber auch nicht wenig, wenn man die Zahlen des letzten Jahres so betrachtet. Erfreut und belustig haben mich alle drei. Aber die von Giardino hat mein Herz am meisten zum Hüpfen gebracht. Als alter „Zurück in die Zukunft“-Fan war ich da vielleicht ein wenig vorbelastet, aber das wird ja von den heren Regeln nicht ausgeschlossen.
„Liegefahrrad mit Fluxkompensator, haha, du spinnst!“, hatten alle gesagt. Ihnen würde das Lachen noch vergehen, wenn Manfred mit den Lottozahlen von nächstem Samstag zurückkäme.
Weiter geht’s also bei Giardino am Freitag. Ich freu mich schon.
Nachdem das Magazin derFreitag unsere – seit 2005 laufende Freitagstexter-Reihe – beinhart abgekupfert hat, geht’s nun aber mit voller Kraft weiter. Und zwar mit dem Original und Vollgas. Der Blickableiter hat mir letztens den original Freitagstexter-Wanderpokal überreicht, den ich heute hier wieder ausspiele.
Und so einfach geht’s:
Hast du ein eigenes Blog? Dann kannst du mitmachen.
Einfach eine Bildunterschrift für das unten gezeigte Foto in einen Kommentar schreiben – Länge, Stil und Sprache sind egal.
Einsendeschluss ist nächsten Dienstag Mitternacht.
Am Mittwoch geb ich bekannt, wer gewonnen hat
Und am drauf folgenden Freitag auf seinem Blog ein Foto zum betexten veröffentlicht.
Einsendeschluss ist am darauffolgenden Dienstag Mitternacht.
Am Mittwoch muss wieder bekannt gegeben werden, wer……
Sie sehen schon, die Sache ist simpel und macht Spaß.
Und um dieses Foto geht’s dieses Mal:
Wohlan: Ab in die Kommentare und lasst es bunt gehen!
Es ist immer wieder das altbewährte Muster, nach dem die türkis-blaue Regierung aus ÖVP und FPÖ Neuerungen bekannt gibt. Zuerst darf die FPÖ mit Absonderlichkeiten vorpreschen. Das letzte Beispiel ist „Arbeitspflicht für Flüchtlinge“ – ein Vorhaben, das an Zwangsarbeit gemahnt, die hierzulande schon mal unfröhliche Urständ feierte. Dafür erntet die FPÖ natürlich massig Applaus von deren Wählerschaft. Und Kritik von den von ihnen als „linkslinksgrünversiffte Gutmenschen“ titulierten Kritikern. In den Foren gehen die Wogen hoch, die FPÖ festigt da und dort ihre Position. Von den einen gelobt, von den anderen kritisiert. Ein paar Tage später kommt dann der türkise Heiland und sagt, dass es eh nicht sooo schlimm wird, wie von der Opposition (wo ist die übrigens grad?) bzw. den Kritikern befürchtet. Er schwächt die Sache ein wenig ab, tituliert es anders und alles ist wieder fein. Aus Regierungssicht. Die FPÖ hat ihren doppelten Aufschrei. Die ÖVP steht moderat da. Und unterm Strich bleibt wieder eine Verschärfung der Gesetze, Sozialabbau und eine Schwächung der Schwachen.
Das Traurige dran ist ja, dass es funktioniert. Immer. Und immer wieder.
Es ist soweit, die Freitagstextersiegerehrung steht an. Die gute Feldlilie und der werte Herr Schablonski haben ihrerseits wundervolle Wortspenden zu meinem Foto abgegeben. Hier ans Herz gehend, da in Limerick-Form – die Entscheidung fiel nicht leicht. Aber schließlich hat mich Schablonskis Dichtkunst überzeugt.
Da sitzt er, am Cello, der Knut! Hach, ist der Mann schön! Und spielt gut! Ich möcht ihn betören, sein Spiel doch nicht stören — ich werf ihm ein Foto in’n Hut!
Mit ein Grund war, dass das wohl der erste Limerick überhaupt war, bei dem mir dieses spezielle Versmaß sympathisch war…
Es geht also kommenden Freitag weiter beim Schablonski: Chapeau, Shampoo, Schablo!
Endlich, die Freitagstexterei nimmt wieder Schwung auf. Neue WortspenderInnen sind auf der bunten Wiese der Freitagstexterzunft aufgeblüht. Eine davon ist die gute Feldlilie. Sie hat mit einer ordentlichen Portion Paprika ein paar freitagstextende Bienchen angelockt, welche Stichproben ihres Könnens abgegeben haben. Sie war es auch, die meinen Beitrag als würdig erachtet hat, hier im Sinne der Freitagstexterei weiter zu summen. Also bin ich rein in den Fotobienenstock und bin alsbald fündig geworden. Ein Foto, das einen gleichsam banalen wie schönen Moment in Pixel gegossen hat. Folgende Szenerie bot sich mir erst vor kurzem dar: Ein junger Mann, der in einer U-Bahnstation am Cello sein Können preis gibt. Nach einem langen Arbeitstag eine willkommene Gelegenheit, ein bisschen runter zu kommen. Ich bleib also stehen und höre ihm ein wenig zu. An sich schon ein würdiges Motiv – die Kühle der stresstriefenden U-Bahn, erwärmt durch die sanften Melodien des Cellisten. Leider kannte ich das Stück nicht, aber es versprühte eine leicht melancholische Note. Dann erst erkenne ich, dass im Hintergrund ebenfalls was zu sehen war, was mich immer wieder stoppen lässt: Ein Mensch in einer Photobox. Ich finde es interessant, dass man sich noch in solche Boxen setzt, um sich fotografieren zu lassen. Und welche Geschichten dahinter stecken. Ist das Foto für den Reisepass, der abgelaufen ist und morgen gebraucht wird, aber die professionellen Fotoläden haben ja schon zu und sonst geht sich alles nicht aus? Fürs Portemonnaie der Großmutter? Oder einfach so? Ich weiß es nicht. Beides zusammen hat mir so gefallen, dass ich dieses Foto machen musste.
Zu diesem Foto möchte ich Euch um eine Bildunterschrift bitten. Alles ist erlaubt. Vierzeiler, Wutreden, ein einziges Wort, ein ganzer Roman, Haikus, Limericks, Lustiges, Trauriges oder sogar eine mehrseitige Alliteration mit X als Anlaut.
Einschränkungen gibt’s allerdings, was das Timing betrifft: Denn das Fotofinish für Einsendungen ist am kommende Dienstag Mitternacht. Ich werde dann am Mittwoch meinen Lieblingskommentar aussuchen und hier bekannt geben, an wen ich die Freitastexter-Trophäe weiterreiche. Ach ja, da ist noch was: Wer seinen Beitrag unten als Kommentar platziert, sollte ein Blog haben, in dem nächste Woche am Freitag wieder ein Foto zum Befreitagstextern bereitgestellt werden soll. Wir wollen die alte Tradition – seit 2005 wird gefreitagtextert – ja nicht sterben lassen.
Die Welt polarisiert sich zunehmend. Gut. Böse. Zwischentöne verschwinden immer mehr und mehr. Links. Rechts. Es ist ja – auf dem ersten Blick – simpel: Hin. Her. Bis du nicht für mich, bist du gegen mich. Freund. Feind. Klar – so kann man sich sein Weltbild schnell und einfach stricken. Licht. Dunkelheit. Und für viele Menschen funktioniert das leider prächtig. Dumm. Intelligent. Denn es ist ja auch ziemlich bequem. Billig. Teuer. Egal ob im Alltag, im Job, in der Politik, der Wirtschaft – überall scheint die Münze nur zwei Seiten zu haben. Tag. Nacht. Aber genau da liegt der fatale Denkfehler, man darf diese Denke nicht für bare Münze nehmen. Positiv. Negativ. Denn sie lässt die Zwischentöne aus. Gesund. Krank. Wenn wir so weitermachen, haben wir zwar immer noch die geilsten UHD-TV-Screens, die aber zunehmend zum Monochrom-Bildschirm verkümmern. Schwarz. Weiß. Ob das zielführend ist, weiß ich nicht. Schön. Hässlich. Wünschenswert wäre, dass mehr Diskurs stattfindet, anstatt nur seine eigene Meinung als sakrosankt dastehen zu lassen. Entweder. Oder. Ich finde, jeder vernünftige Mensch wird mir hier zustimmen. Ja. Nein.
Nein. Sie ist innen hohl. Und wir sind drinnen. Echt. Ohne Flax. Der Beweis dafür? Folgt auf dem Fuß. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Sie haben wahrscheinlich grad zwei Beweisstücke direkt an Ihren Füßen. Ja! Es sind Ihre Schuhe. Schauen Sie gleich mal nach. Sind die Schuhsohlen an Ferse und im Zehenbereich mehr abgenützt als im Mittelteil des Schuhes? Ja? Na sehen Sie. Warum wohl ist das so? Genau! Weil wir in einer Kugel leben. Die Krümmung, die uns umgibt, ist allerdings mit freiem Auge kaum wahrnehmbar. Aber Ihre Schuhe sind ein wunderbarer und feinfühliger Indikator dafür. Warum sonst nutzen sich unsere Schuhsohlen im Fersenbereich und im Zehenbereich am stärksten ab? Die folgende Abbildung erklärt es eindrucksvoll.
Die Kontaktpunkte eines Schuhes mit der (zugegebenermaßen stark überzeichneten) Krümmung der Hohlwelt, in der wir leben, zeigen eindeutig, warum Schuhe im Zehen- und Fersenbereich stets stärker abgenutzt sind.
Wäre die Erde flach, würden sich Schuhsohlen gleichmäßig abnützen. Dem ist aber nicht so. Es gibt sogar ein paar verwirrte Verschwörungstheoretiker, die meinen, dass die Erde eine Kugel wäre und wir wären an der Außenseite. Ja , solche verblendete Menschen gibt es tatsächlich. Aber wenn das so wäre, müssten unsere Schuhsohlen doch im Mittelbereich am meisten abgenützt sein. Sind sie aber nicht. Lassen Sie sich bitte nicht von solchen kruden Theorien wie „Die Erde ist flach.“ oder „Das Leben findet auf einer Kugel statt.“ beirren. Die Erde ist innen hohl – und drinnen fühlen wir uns wohl.